Thomas Woelfers Baustatik Blog

Baustatik-Software und was sonst des Weges kommt

Die Wunder der Objektauswahl

Ich habe heute einige Stunden vor dem Quellcode der Objektauswahl in den 3D-Fenstern im Faltwerksprogramm verbracht. Die ist relativ ähnlich zu der im Rahmenprogramm Xrst oder im Plattenprogramm Xpla.

Letztlich sieht das alles ganz einfach aus: Man klickt auf ein Objekt und es ist ausgewählt. Klickt man auf ein anderes, wird das andere Objekt ausgewählt. Hält man dabei die Strg-Taste gedrückt, wird die Anzahl der ausgewählten Objekte im größer, da jeder Klick ein neues Objekt hinzufügt. Es sei denn, man klickt auf ein Objekt das bereits ausgewählt ist und hält Strg gedrückt. In dem Fall wird das angeklickte Objekt aus den Auswahl entfernt.

(Die offensichtliche Problematik, des hin- und herrechnens zwischen dem Koordinatensystem der Maus, dem der Projektion des Gebäudes am Bildschirm und dem 3d-System des Bauwerks lasse ich hier mal weg. Das verkompliziert die Sache nur... :-))

Jetzt kann aber noch mehr passieren: Angenommen es gibt ein Objekt das ausgewählt ist und man klickt drauf: In diesem Fall ändert sich nichts - das Objekt bleibt einfach ausgewählt. Sind hingegen mehrere Objekt ausgewählt und man klickt auf eines der ausgewählten, dann werden alle anderen aus der Auswahl entfernt - und das angeklickt bleibt ausgewählt. Dann war da noch der Fall, das mehrere Objekte ausgewählt sind und man klickt auf ein anderes, nicht ausgewähltes Objekt: In dem Fall werden alle andere Objekte aus der Auswahl entfernt - und nur das eine angeklickte wird ausgewählt.

Achso: Man kann natürlich auch klicken, die Maustaste gedrückt halten, und die Maus dann bewegen: In dem Fall werden alle Objekte beim Klick aus der Auswahl entfernt. Die Mausbewegung zeichnet ein Rechteck - und alle Objekte die sich darin befinden werden zur Auswahl hinzugefügt, wenn man die Maustaste wieder loslässt. Es sei denn natürlich, die Strg-Taste ist gedrückt.... und so weiter und so fort.

Ich glaube das die Objektauswahl im Raum relativ gut funktioniert und sich sehr 'natürlich' 'anfühlt' - aber der Arbeitsaufwand der da reingesteckt wird ist auch gigantisch: Dieser Kram ist einfach fürchterlich kompliziert.

Der Code für die Objektauswahl steht natürlich schon ewig unverändert - die ganze Arbeit ist da vor etwa 2 Jahren reingeflossen. Heute war nur eine kleine Überarbeitung notwendig, weil uns ein Problem in der 3D-Ansicht aufgefallen war: In der 3D-Ansicht ('Echt' Ansicht) sind nur die Objekte sichtbar, die auch in der Realität sichtbar wären. Man steht also sozusagen an einer bestimmten Stelle und schaut auf die Konstruktion - anklicken kann man also nur die Objekte, die einem zugeneigt sind und die außerdem sichbar sind. Ausgewählt werden Objekte in dieser Ansicht auch durch einen Klick: Man muss einfach auf ein sichtbares Bauteil klicken, und das Ding ist ausgewählt 

Wie klickt man nun aber eine Aussparung an? Dabei handelt es sich schliesslich um ein Loch - und wo ein Loch ist, da ist logischerweise nichts sichtbar: Klickt man also die Aussparung 'an', dann klickt man effektiv hindurch - und trifft die dahinter liegende Wand...

Dumme Sache. Wir haben das dann heute gelöst - wie, wird aber noch nicht verraten.... Allerdings ist der Quellcode zum auswählen von Objekten dadurch nochmals deutlich komplizierter geworden...

Video vom Faltwerk: Teufel im Detail

Eigentlich wollte ich heute ein kleines Video vom Faltwerksprogramm ins Netz stellen (Link zum letzten Video: hier) - aber dann wollte mein Headset nicht so wie ich: Es gab einfach keinen Ton. Nachdem das Video ohne Ton nicht viel Sinn macht, gibt es eben nur einen Screenshot.

faltwerk2.png

Zu sehen ist ein kleines Bürohaus in der 'Echt'-Ansicht, die ihren Namen völlig zu unrecht hat. Bei dieser Ansicht handelt es sich nämlich keineswegs um ein Fenster, das nur für 'Ansichten' gut ist. Statt dessen können Sie darin ganz normal arbeiten - genauso, wie in der Drahtgitteransicht.

Noch mehr Landkarten und Satelittenfotos

Vor ein paar Tagen hatte ich ja schon auf Google-Maps hingewiesen, jetzt gibt es auch ein Windows-Programm von Google, mit dem man sich die Daten ansehen kann: Google Earth

Hier zum Beispiel eine Ansicht unseres Oberhausener Büros auf der Nettelbeckstr. (Google blendet die Strassennamen ein.)

ge1.png

Hier von etwas weiter weg...

ge1.png

Und dann von noch viel weiter.

ge1.png

So nett das sein mag - das WorldWind Programm von der NASA findet ich deutlich besser.

Zimmer-Brunnen: Interessant Nutzung von Geschäftsräumen in der Maxvorstadt

Wie man ja schon aus meinem letzten Blog-Eintrag klar ( :-)) erkennen konnte, liegt unser Münchner Büro mitten in der Maxvorstadt. Das ist eine kleiner Stadtteil von München, nahe der Innenstadt. Es gibt ein paar Häuserblocks mit einer Handvoll Einkaufsstrassen, viele Kneipen, ein paar Kinos: Wie das eben so in Innenstadt-nahen Stadteilen mit Uni-Anschluss so ist.

Direkt um die Ecke stand seit einigen Wochen ein Geschäftsraum leer - und dort hat sich nun eine interessante Veranstaltung breit gemacht: Ein Innenraum-Brunnen. Irgend jemand - ich weiss nicht wer, das es keinerlei Hinweise gibt - hat die Schaufensterscheibe entfernt, und den Boden des Geschäftsraums um etwa 20 cm angeboben.

Auf dem angehobenen Boden gibt es nun außerdem eine flächendeckende Wanne voller Wasser - und einen eingebauten Springbrunnen. Es plätschert ganz nett, und ist aufgrund der fehlenden Scheibe auch prima einzusehen. Der Sinn davon ist mir zwar nicht ganz klar - aber als Mini-Touristenattraktion taugt die Installation bereits: Zumindest sehe ich andauernd Fotoapparat-bemühte, die sich gern mit einem Zimmerbrunnen auf einem Gruppenphoto sehen wollen.

Und wenns regnet wird der Brunnen noch nichtmal nass...

Davon ab: Wenn mir ein anderer Münchner erklären kann, was das für eine Aktion ist: Immer her mit der Info. :-)

Unser Münchner Büro - Sicht aus dem All

Thomas hat drauf hingewiesen, das Google-Maps nun auch mit Fotos von Deutschland aufwarten kann.

Darum hier gleich mal eine neue Anfahrtskizze zu unserem Münchner Büro. (Dort ist der Teil der Firma, der sich mit den Elementen in unseren Statikprogrammen beschäftigt, die nichts mit Statik zu tun haben.)

Links oben gut zu sehen: Das Olympia-Zentrum. Ziemlich genau in der Mitte, aber nicht ganz so gut zu sehen: Unser Münchner Büro. :-)

Man kann übrigens noch stärker Zoomen: Das geht mit den '+' und '-' Buttons links oben im Bild. Und man kann das Bild auch verschieben: Wenn Sie zum Beispiel ein bisschen weiter nach rechts oben gehen, dann landen Sie am neuen Münchner Flughafen: Das Ding ist gigantisch, wie man leicht sehen kann wenn Sie um zwei Stufen aus dem Ursprungs-Link rauszoomen - dann kann man den Flughafen nämlich gleichzeitig mit dem Olympia-Zentrum sehen. (Das ist dann aber eigentlich nur noch ein Punkt).

Hilfreich: Aktuelle Rechte-Situation anzeigen lassen

Ich habe schon häufiger darauf hingewiesen, das Sie mit Ihrem Windows nicht unter einem administrativen Account arbeiten sollten. Statt dessen sollten Sie mit einem normalen Account arbeiten - und für 'besondere' Zwecke einfach einen Explorer per 'run as' kurzzeitig mit administrativen Rechten ausführen.

Das Problem dabei: Wenn mehrere Explorer geöffnet sind, kann man nicht sehen, welche Instanz davon mit welchen Rechten läuft. Dafür gibt es aber ein hilfreiches Tool - den IE 'PrivBar'. Dabei handelt es sich um einen Explorer Toolbar, mit dessen Hilfe die aktuellen Rechte immer im Bereich des Menüs angezeigt werden.

Das Ding ist kostenlos und kann hier heruntergeladen werden.

Ingenieure verwirren mich manchmal - oder: Wie man einen Screenshot versendet

Ein Anwender von unserem Plattenprogramm XPLA hatte gestern ein Problem, weil eine Dialogbox 'nicht richtig' angezeigt wurde. Wir konnten uns am telefon aber irgendwie nicht so recht einigen, was denn 'richtig' ist - ich habe einfach nicht verstanden wo der Kunde das Problem hatte. Nach der telefonischen Beschreibung sah das Ding beim Kunden einfach völlig anders aus als bei mir, und das kam mir doch sehr merkwürdig vor... Wir einigten uns also darauf, das er mit erst einmal einen Screenshot von der Dialogbox per eMail zusendet, damit ich sehen kann was er sieht. Kein Problem.

Dann war Sendepause für ein paar Stunden. Ich kann mir aber gut vorstellen was in der Sendepause passiert ist.

Ing.(A) zu Ing.(B): Ich will einen Screenshot machen und zu D.I.E. per eMail schicken - weist du wie das geht?

.... nach einer langen Nachdenkpause...

Ing.(B).: Also, Screenshot ist einfach: Da drückst du die 'Druck' Taste. Dann landet der ganze Bildschirm irgendwo, und das kann man dann in Excel per 'Einfügen' in eine Zelle tun. Keine Ahnung wie man das dann verschickt.

.... nach einer weiteren Nachdenkpause....

Ing.(A): Na gut, dann machen wir erstmal eine Excel-Datei. Hm: Ich weiss aber wie man mit Word eMails verschickt. Wir starten einfach Word und fügen die Excel-Datei ein! Dann klickt man auf 'Datei->senden' ... und schon kann man das Ding verschicken...

.... am Ende der Sendepause bekam ich dann eine eMail. Die hatte ein Attachment. Ein riesiges. Im Attachment befand sich eine Word-Datei. Die konnte man extrahieren. Darin befand sich eine Excel-Datei. Die konnte man auch extrahieren. Und darin befand sich dann ein Bild - und zwar von einem Windows-Desktop mit 1600x1200 Pixeln Auflösung. Irgendwo da drin war auch die Dialogbox zu sehen - die war ungefähr 70x100 Pixel gross.

Man kann das natürlich so machen. Muss man aber nicht.

Wenn Sie einen Screenshot von einem Fenster verschicken wollen:

1.) Machen Sie das Fenster 'aktiv' (indem Sie zum Beispiel reinklicken. Die Titel-Leiste des Fensters wird dann 'blau'.)
2.) Drücken 'Alt' und  'Druck' gleichzeitig. Dann wird _nur_ das Fenster in die Zwischenablagen kopiert. Die Zwischenablage können Sie nicht sehen - aber das Bild ist da wirklich drin! Ganz ehrlich.
3.) Starten Sie Paint. Das ist bei jedem Windows dabei. Bei XP befindet sich das zugehörige Icon unter AlleProgramme->Zubehör.
4.) Klicken Sie auf 'Bearbeiten->Einfügen'. Jetzt ist das Bild in Paint sichtbar. Es sollte nur das 'gewollte' Fenster sein.
5.) Klicken Sie auf 'Datei->Senden': Dann können Sie das Bild direkt per Mail versenden. Der Empfänger erhält dann einfach eine eMail mit einem Bild als Anhang.

Wenn Sie Eingabedaten - zum Beispiel von XPLA - versenden wollen:

Wenn XPLA gerade läuft und die Daten angezeigt werden: Klicken Sie auf 'Datei->Nachricht versenden'. Sie können dann direkt die Empfänger-Adresse eingeben. Der Empfänger bekommt dann einfach eine XPLA-Datei. Wenn Sie nett sein wollen (und sich auch ein bisschen Zeit sparen möchten): Löschen Sie vorher das FE-Netz, das trägt nämlich ganz erheblich zum Umfang der Daten bei.

Joel on Software: Neues Buch

The software development world desperately needs better writing. If I have to read another 2000 page book about some class library written by 16 separate people in broken ESL, I’m going to flip out. If I see another hardback book about object oriented models written with dense faux-academic pretentiousness, I’m not going to shelve it any more in the Fog Creek library: it’s going right in the recycle bin. If I have to read another spirited attack on Microsoft’s buggy code by an enthusiastic nine year old Trekkie on Slashdot, I might just poke my eyes out with a sharpened pencil. Stop it, stop it, stop it!

Die komplette Einleitung gibts hier. Das Buch ist im wesentlichen eine Sammlung von aktuellen Texten rund um die Softwareentwicklung - zusammengetragen von Joel. Es finden sich unter anderem Texte von Rory Blyth, Adam Bosworth, Raymon Chen, Bruce Eckel, Paul Graham, Eric Lippert, Larry Osterman, Rick Schaut und Eric Sink.

Antivirusprogramme: Merkwürdige Funktionen

Im Rahmen der Sicherheitskonferenz habe ich auch mit einigen Herstellern von Antivirus-Programmen gesprochen. Dabei war mir etwas aufgefallen das ich gestern noch kurz mit anderen Herstellern verifiziert habe:

Die sind alle ganz stolz darauf, auch ausgehende eMails auf Viren zu untersuchen. In allen Fällen ist die Begründung die gleiche: Man wird davor beschützt, einem Bekannten eine Mail mit einem Virus zuzusenden. Es kann also niemand kommen und sich darüber beschweren, eine Mail von einem 'bekannten' Absender erhalten zu haben die virenverseucht war.

Schöne Sache.

Jetzt sollte man sich das ganze vielleicht nochmal mit etwas Abstand ansehen: Wie ist denn der Virus der die Mail versenden würde überhaupt auf die Kiste draufgekommen?

Es gibt da ja dann wohl ein Antivirenprogramm, das den Virus beim eindringen nicht erkannt und blockiert hat. Und genau dieses Antivirenprogramm will den Virus nun in ausgehenden Mails erkennen....

Also, vielleicht bin ich da ja der einzige, aber ich habe da so meine Probleme das zu glauben.

Überwachung bei der Fussball-WM

Gestern hatte ich ein interessantes Gespräch über die IT-Ausstattung der Fussball-WM: Nachdem ich mich nicht sonderlich für Fussball interessiere war mir das meiste davon neu. Im Kern sieht die Sache so aus: Jede Eintrittskarte für die WM ist eine Platzkarte. Soweit - so gut.

Allerdings handelt es sich nicht einfach um Platzkarten - sondern um personalisierte Karten. Man bekommt nur eine Karte gegen Vorlage eines Ausweises. Die Veranstalter wissen also ganz genau, auf welchen Platz welche Person sitzt. Inklusive Name, Anschrift, und Ausweisnummer. Nachdem die Karten mit RFID Tags ausgestattet sind, die beim Eintritt ins Stadium 'aus der Ferne' ausgelesen werden können, wissen die Veranstalter auch, wer sich bereits im Stadion befindet - und wer nicht. Einfach so, alles elektronisch und automatisch. Während der WM sind diese Anwesenheitsdaten ein Traum für Einbrechner - und danach sind die den entsprechenden Vermarktern mit Sicherheit ebenfalls Unsummen wert. Immerhin geht es hier um die Daten von ein paar Millionen Besuchern - mit voller Anschritft und allem drum und dran - von denen der Vermarkter schonmal weiss, das es sich um Fussballbegeisterte hat. Ausserdem weiss er anhand des Preises der Karte und der Anfahrtstrecke (Innerdeutsch? aus dem Ausland?) auch etwas über die finanziellen Verhältnisse des Besuchers.

Angeblich werden die Daten aber nach der WM gelöscht. Wers glaubt...

Warum aber eigentlich diese Platzkartengeschichte? Ganz einfach - es gibt auch neue Kameratechniken. Selbst in einem Stadion mit 70.000+ Zuschauern weiss man dann wer auf welchen Platz sitzt - und kann die Einzelperson immer schön beobachten. Die zur Verfügung stehenden Auflösungen geben das problemlos her.

Das Resultat von sowas ist klar: Da werden dann jede Menge völlig normaler Bürger im Stadion sitzen und trotzdem intensiv beobachtet werden. Hooligans und andere weniger nette Leute wissen das natürlich - und werden sich dementsprechend brav von den Stadien verhalten. Das ausseinandernehmen von Innenstädten macht ja auch Spass.

Gestern: Security-Konferenz vom tecChannel

Die Räumlichkeiten waren diesmal wesentlich angenehmer im letzten Jahre. An Teilnehmern hatten sich so etwa hundert Personen versammelt - die Vorträge waren qualitativ gut (zumindest die, die ich verfolgt habe) - ebenfalls ähnlich wie im letzten Jahr. Ebenso ähnlich wie im letzten Jahr: Man würde sich wünschen, die Vortragenden wären nicht gar so steif ....

Interessant fand ich den Vortrag von MessageLabs - in erster Linie deshalb, weil da ein paar interessante Zahlen zum Thema Reaktionsgeschwindigkeit von Antiviren-Herstellern genannt wurden.

Rund um die Vorträge gab es eine kleine Ausstellung mit 11 oder 12 Anbietern aus dem Sicherheitsbereich: So konnte man sich unter anderem BitDefender und Nod32 Antivirus ansehen - nicht schlecht, aber auch nichts weltbewegendes.

Gehe ich nächstes Jahr wieder hin: Denke schon.