Thomas Woelfers Baustatik Blog

Baustatik-Software und was sonst des Weges kommt

PDF, XPS und das drucken

Ich hatte in letzter Zeit eine ganze Reihe von Gesprächen mit Kunden, bei denen es immer um die Produktion der Statik ging - das "drucken". Dabei kam (für mich überraschend) heraus, das es eigentlich zwei Fraktionen gibt: Die eine erstellt grundsätlich überhaupt nur noch elektronische Dokumente (per PDF, BauText oder ähnlichen Programmen) - die andere erstellt überhaupt gar keine davon, sondern druckt eben einfach auf einen Drucker.

Bei der PDF-Produktion gibt es dabei offenbar eine ganze Reihe an Problemen: Das erste davon ist, das es einen Vielzahl von PDF-Produktionsprogrammen gibt. Einige  davon sind kostenlos, andere sind kommerziell aber günstig und wieder andere sind regelrecht teuer. Und obendrein gibt es alle in diversen Versionen - ältere und neuere - und ebenso praktisch alle haben irgendwelche Probleme. Mal werden die PDFs riesig, mal werden sie "langsam" (in der Anzeige mit dem Acrobat Reader), mal fehlen Schraffuren und dann sind eigentlich transparente Elemente undurchsichtig.

Der eigentliche Grund dafür liegt in der Art und Weise, in der PDFs im Allgemeinen hergestellt werden: Man druckt in einen PDF-Druckertreiber, und der macht denn ohne irgend einen Kontext zu haben irgendwas PDF-mäßiges aus den an den Drucker geschickten Befehlen. Klappt oft gut, und manchmal eben weniger gut.

Das mit dem "weniger gut" tritt aber manchmal auch mit aktuellen "teuren" Produkten auf - die werden offenbar nicht ganz so auf dem Stand gehalten, wie man sich das wünschen würde: Insbesondere die "halb-transparenten" Flächen aus der Baustatik machen praktisch allen Programmen Probleme.

Mit einer Ausnahme: Dem XPS-Druckertreiber von Microsoft. XPS funktioniert im Prinzip genauso wie PDF: Es gibt einen Druckertreiber um XPS-Dokumente per "Ausdruck" zu erzeugen, und diese Dokumente können danach entweder mit einem XPS-Viewer oder dem Internet-Explorer angesehen werden. Anders als bei Adobe sind aber alle XPS-Komponenten (Druckertreiber und Viewer) kostenlos zu haben. Und: XPS produziert immer kleine, schnelle Dokumente mit korrekten Graphiken - ich hatte hier auf jeden Fall noch nie ein einziges Problem damit, was ich von PDF nun wirklich behaupten kann.

Wer die Möglichkeit hat von PDF auf XPS umzusteigen: Kann ich wirklich nur empfehlen. Solange es nur um die Archivierung geht, schlägt XPS PDF meiner Ansicht nach um Längen.

Nun ist es aber so das man eben manchmal einfach auf PDF nicht verzichten kann - und das es da bei der Baustatik Probleme gibt: Die sind aber hoffentlich bald ausgestanden, denn wir werden in Kürze PDFs einfach selbst produzieren. Man kann den Ausdruck dann, ähnlich wie nun schon nach Word, Excel, HTML und Bautext, eben auch als PDF exportieren: Er wird also einfach als PDF gespeichert.

Bald. :-)

Gestern: Münchner Stammtisch

Diesmal mit 6 Anwesenden - und obendrein besonders lang: Es gab ausreichend Gesprächsstoff bis nach 0:30. (Diesmal hatte ich wieder einen Laptop dabei und konnte darum gleich ein paar Fragen "am Objekt" klären :-))

Der nächste Münchner Stammtisch findet am Mitwoch den 13.01.2010 ab 19:30 statt - wie immer im Pauls. (Und dann denke ich vielleicht auch mal endlich an eine Kamera und mache ein paar Bilder ... )

So definiert man unterschiedliche dicke Platten ineinander

Bei der Baustatik konnte man schon immer Platten, Scheiben oder Faltwerkselemente mit unterschiedlichen Dicken definieren. Etwas kompliziert wird es aber, wenn eine "umgebende" Platte die eine Dicke, und eine darin liegende Platte eine andere Dicke hat.

Eine einfach Lösung für solch ein Problem ist das definieren einer lokalen Verstärkung. Allerdings können die zur Zeit nur in Form von Vierecken vorliegen, was die Sache ein bisschen mühselig macht, wenn die "innere" Platte eben kein Viereck ist.

Es gibt aber eine andere Möglichkeit: Man kann in der äußeren Platte einfach eine Aussparung definieren, und in dieser Aussparung dann wieder eine weitere Platte mit einer alternativen Dicke. Das löst das Problem und macht auch nicht wesentlich mehr Arbeit, als wenn man eine polygonale Verstärlung definieren würde.

So bearbeitet man importierte CAD-Daten

Bisher hat man nur Einfluß auf das importieren der Daten (durch Skalierungsfaktoren, spiegeln, auswahl von Layern etc.) sowie auf die Sichtbarkeit von Layern (über die Sichtbarkeits-Ansicht). Ab dem nächsten Update kann man die importierten Daten auch mit der Maus auswählen und danach löschen oder geometrisch bearbeiten (spiegeln, rotieren, verschieben...).

Damit man besser sehen kann welche der Hilfsknoten ausgewählt sind musste die Default-Farbe geändert werden: Bisher war die normale Farbe für importierte Punkte ein leichtes rot - nachdem die Farbe für ausgewählte Objekte im Normalfall "rot" ist, werden die Hilfsknoten am dem nächsten Update in einer anderen Farbe angezeigt, sofern sie nicht ausgewählt sind.

Überschriften und Schriftgrößen von Navigationspunkten in der Baustatik

Ich gebs ja zu: Die Sache ist ein bisschen kompliziert.... :-)

Ein Navigationspunkt in der Baustatik kann beim Ausdruck 2 Überschriften haben: Die erste Überschrift ist entweder:

  • Der Text aus dem Kommentarfeld des Navigationspunktes oder
  • Der Text "Abb:" gefolgt vom Namen des Navigationspunktes

Die darunter liegende Überschrift ist die Bezeichnung des angezeigten Ergebnisses, sofern eines angezeigt wird. Also ungefähr sowas wie "Schnittgrößen Th. 1. Ordnung - Lastfall 1 My [kNm]".

Nun kann man für jeden Navigationspunkt die 1. Überschrift abschalten; das geht über die Eigenschaften des Navigationspunktes in der Ausgabesteuerung. Dort gibt es die Option "Bildüberschrift ausgeben". Schaltet man diese Option aus und hat man 2 Überschriften, dann verschwindet die erste. Hat man nur eine Überschrift (zum Beispiel bei einer Systemgraphik), dann hat man gar keine Überschrift mehr.

Auf die Größe und Schriftart von beiden Überschriften kann man Einfluss nehmen. Die "obere" der beiden Überschriften bekommt Ihre Schriftart und Größe einfach aus dem Verlauf des Dokumentes: Es handelt sich um eine ganz normale Kapitel-Überschrift. Die Schriftart entspricht also einfach der Einrücktiefe der Graphik im Inhaltsverzeichnis und passt zu den anderen Überschriften, also zu denen der Tabellen oder Eingabewerte.

Wechselt man die Stil-Datei zum Beispiel auf den Stil "Kompakt", dann wird auch diese Überschrift "kompakter". (Wer mag, kann auch eine eigene Stil-Datei erstellen und dort Überschriften-Stil in beliebigen Größen und Formen definieren.

Ist die 1. Überschrift ausgeschaltet und gibt es eine 2., dann wird die 2. zur Ersten: Ist also die Option "Bildüberschrift ausgeben" ausgeschaltet, dann wird die Bezeichnung des Ergebnisses in einer zu den Tabellen-Überschriften passenden Größe und Art dargestellt und unterliegt einfach dem in der ausgewählten Stil-Datei angegebenen Stil für Überschriften.

Wird die 2. Überschrift unterhalb der ersten ausgegeben - ist also die "Bildüberschrift" nicht ausgeschaltet - erhält Ihren Stil ebenfalls aus der ausgewählten Stil-Datei: Wer die Größe oder Schriftart dieser Schrift einstellen will, kann das mit dem Druckformat-Vorlagen-Editor tun. Die zugehörige Stil-Art (Also der Name des Stils) lauett "ResultImageTitle" und befindet sich im Editor in der Liste der Stilarten ganz am Ende.

Ändern der Bewehrungsanordnungen

In der Baustatik haben Faltwerkselemente (Platten, Scheiben...) eine Eigenschaft namens "Bewehrungsanordnung" mit der man eine Grundbewehrung vergeben kann. Diese Grundbewehrung kann man zu jedem beliebigen Zeitpunkt ändern, auch dann, wenn bereits Berechnungsergebnisse angezeigt werden.

Leider wird zur Zeit die Graphik der Bemessungsergebnisse nicht automatisch erneuert, wenn sich die Bewehrungsanordnung ändert: Man muss einmal ein anderes Ergebnis auswählen und dann wieder das Bemessungsergebnis, damit sich die Änderung in der Graphik bemerkbar macht. Da kommt man natürlich nicht von selbst drauf, sondern eher zufällig. :-(

Ab dem nächsten Update verhält sich die Sache darum anders: Eine Änderung an der Bewehrungsanordnung führt dann automatisch dazu, das die Graphik unter Berücksichtigung der neuen Parametern neu aufgebaut wird.

Graphiken nach Word kopieren: So stellt man die Farben ein

Wenn man in der Baustatik den Befehl "Bearbeiten -> Kopieren" verwendet, dann wird eine Kopie der aktuellen Graphik in der Zwischenablage abgelegt. Von dort aus kann man die Graphik dann in anderen Programm, zum Beispiel in Word, einfügen.

Dabei ist es noch möglich Einfluss auf das Graphikformat zu nehmen: Die Graphik kann entweder farbig, in graustufen oder schwarz/weiss in die Zwischenablage kopiert werden.

Was verwendet wird stellt man in den "Allgmeinen Einstellungen" ein:

So stellt man das System verformt dar

Manchmal ist es für die Übersicht ganz praktisch, wenn man die Ergebnisse nicht einfach nur als Zahlenwert, Höhenlinie oder Farbverlauf - sondern "verformt" darstellen kann.

Das geht - und zwar nicht nur mit der Verformung, sondern mit allen Ergebnissen. Alles was es dazu braucht ist die "richtige" Einstellung beim Dialog für die Ergebnisdarstellung. Die hier:

Neuer Seminartermin

Das nächste Anwenderseminar findet am 24.11. in Bozen statt. Wer von uns da sein wird ist noch nicht vollständig geklärt - ich werde aber auf jeden Fall vor Ort sein und ein paar Vorträge halten. Wem die Anreise von Südtirol nach München immer zu weit war - jetzt wäre eine günstige Gelegenheit. Die Agenda und ein Anmeldeformular finden sich hier.