Thomas Woelfers Baustatik Blog

Baustatik-Software und was sonst des Weges kommt

Ein Performance-Tipp

Ich habe es bei meinem neuen Rechner ausprobiert und verwende keine normale Festplatte mehr, sondern eine SSD-Platte. Und ich kann nur sagen: Der Umstieg von einer “normalen” Platte auf SSD hat den größten Performance-Schub gebracht, den ich in den letzten Jahren bei neuer Hardware miterlebt habe. Angefangen vom starten von Windows, bis hin zum starten der einzelnen Anwendungen: Alles, einfach alles, ist dramatisch viel schneller als zuvor.

Damit meine ich nicht “messbar schneller” – ich habe nämlich nichts gemessen (und das tue ich sonst eigentlich immer). Und ich habe darum nichts gemessen, weil es nicht notwendig war – die Geschwindigkeitssteigerung ist derartig hoch, das messen nicht notwendig ist um sie zu bemerken.

Z.B.: Der Windows-Startvorgang. Aktuell braucht es etwa 5 Sekunden bis der Login-Screen erscheint: Sowas habe ich eigentlich nicht mehr seit MS-DOS gesehen…

Darum: Wer sein System dramatisch aufwerten will, ohne gleich einen komplett neuen Rechner zu kaufen – SSD anschaffen. (Und wer einen neuen Rechner kauft: Unbedingt SSDs verbauen.)

Ein paar Details zur neuen Stütze

Das Stützen-Dokument in der Baustatik unterscheidet sich an verschiedenen Stellen von der alten Stütze. Zum einen verwendet die neue Stütze alle verfügbaren Prozessoren: Auf einem Rechner mit 4 Kernen ist die Stütze also etwa viermal schneller, als auf einem System mit nur einer CPU.

Wenn sehr viele Lastfallgruppen berechnet werden müssen, gibt es einen ganz passablen Fortschrittsmelder – bei dem man anders als bei der alten Stütze tatsächlich erkennen kann, wie weit die Rechenschritte fortgeschritten sind:

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Und schließlich ist die Ergebnisauswahl auch deutlich übersichtlicher, als das im alten Programm der Fall war:

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Schnelleingabe für die Stütze

Das Stützendokument in der Baustatik wird immer kompletter. Aktuell arbeite ich an der Schnelleingabe für die Stütze: Genau wie bei den anderen Dokumenten in der Baustatik kann man natürlich mit den “normalen” Bearbeitungsfunktionen arbeiten – also mit den “Erzeugen”  Befehlen aus dem Menü, der Tabelleneingabe, den Eigenschafts-Fenstern etc. etc..

Die Stütze kann beliebig viele Stockwerke, und beliebig viele Einwirkungen und Einwirkungsarten haben, und für alles gibt es natürlich auch graphische Editoren.

Die Schnelleingabe erfüllt aber einen ganz speziellen Zwecke: Sie soll die am häufigsten vorkommenden Fälle bei der Stützenberechnung mit einem einfachen Fenster ermöglichen. Man kann damit eine einfache Stütze mit nur einem Stockwerk, ständigen-, Verkehrs,- und Windlasten sowie Stützenkopflasten eingeben.

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Nach der Eingabe mit der Schnelleingabe kann das System natürlich noch beliebig erweitert und verändert werden: Die Daten aus der Schnelleingabe verhalten sich genauso, als wären selbige manuell eingegeben worden.

Neuer Rechner, was nun - So zieht man die Baustatik um

Um mit der Baustatik auf einen neuen Rechner zu ziehen, muss man eigentlich gar nicht so viel tun. Man muss nur wissen, was. Es geht so:

  • Auf dem neuen Rechner die Baustatik von der letzten CD installieren. (Das stellt sicher, das die richtigen Lizenzen installiert sind.).
  • Dann die Baustatik einmal starten: Die meldet sich kurz darauf damit, das ein neues Update vorliegt. Selbiges runterladen und installieren.
  • Jetzt die Eingabedaten auf den neuen Rechner kopieren: Dazu kopiert man entweder die Projektverzeichnisse von Hand, oder legt in der Baustatik mit Datei –> Projekt archivieren ein Archiv an, das man leicht kopieren kann, und das alle relevanten Dateien enthält.
  • Jetzt kopiert man den Ordner “Vorlage” aus “Eigene Dokumente\Baustatik”: Darin enthalten sind Briefpapier, eventuell verwendete eigene Texturen und Stildefinitionen.

Das wars eigentlich: Nun hat man eine lauffähige Version der Baustatik mit allen relevanten Dateien auf dem neuen Rechner vorliegen.

So kopiert man Bilder in andere Programme

In der Baustatik gibt es diverse Ausgabemöglichkeiten: Zum einen ist da die Ausgabesteuerung, mit der man festlegen kann, welche Tabellen, Kommentartexte und Bilder ausgegeben werden sollen. Diese Ausgabe kann man dann entweder drucken, am Bildschirm ansehen, nach Office (Word, Excel), oder nach BauText exportieren. Ebenso kann man davon direkt ein PDF erzeugen.

Dann gibt es da noch die “Sofortbilder”. Mit einem Sofortbild druckt man einen “Zettel”, auf dem sich die aktuelle Graphik befindet: Und zwar einschließlich von Briefkopf und anderen Eigenschaften des eingestellten Briefpapiers.

Man kann aber auch einfach eine Graphik direkt in ein geeignetes Programm (Paint, Word …) einfügen. Und das geht so:

  • Gewünschte Graphik am Bildschirm darstellen:
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  • Den Befehl Bearbeiten –> Kopieren auswählen. Das kopiert die dargestellte Graphik in die Zwischenablage.
  • Im Zielprogramm (Hier: Word) den Befehl Einfügen wählen. Das kopiert die Graphik aus der Zwischenablage in das Zielprogramm.
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Mehr zur neuen Stütze

Die neue Stütze für die Baustatik nimmt zunehmend brauchbare Formen an. Ich bin gerade ein wenig unsicher, ob wir es damit noch bis zum nächsten Update schaffen (also zum 1.6.), aber wenn es bis dahin nicht mehr werden sollte: Zum 1.7. kann ich ich beruhigt zusagen, das es das Programm geben wird. (Mit etwas Glück auch noch vorher … mal sehen.)

Die Stütze wird alles bekommen, was man von der Baustatik gewohnt ist: Rechtsklick-Menüs auf alle Objekte mit den wichtigsten Befehlen, graphische und tabellarische Eingabe, Eigenschafts- und Meldungsfenster, eine Schnelleingabe (dazu in kürze mehr) und natürlich auch den viel besseren Ausdruck.

Der sieht bei den Querschnitten beispielsweise so aus:

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Also im Prinzip wie von der Baustatik gewohnt, mit einer zusätzlichen Angabe der plastischen Querschnittswerte (bei der 18800-90).

Ein paar Details zu den Updates

Es ist kein großes Geheimnis, das wir viele Dinge völlig anders machen, als praktisch alle anderen Hersteller im Bereich der Baustatik. Das fängt beim (Telefon)support an, und geht bis hin zur Art und Weise des Vertriebsmodells: Im wesentlichen muss ein Kunde bei uns die Programme nicht kaufen, sondern nutzt einfach alle Produkte im Rahmen von Work&Cash.

Ein Aspekt verdient aber ganz besondere Beachtung, und das ist unser Update-Mechanismus. Es gibt Hersteller, bei denen die Updates einmal im Jahr erscheinen, und andere, bei denen selbige irgendwann dann erscheinen, “wenn sie fertig sind”.

Wir veröffentlichen jeden Monat ein Update. (OK, mit ein paar Ausnahmen…). Das erscheint immer zum Anfang des Monats (plus/minus ein paar Tage), und alle Änderungen und Erweiterungen werden im Download-Bereich dokumentiert. Diese Liste ist echt lang – immerhin machen wir das schon seit der Erstveröffentlichung der Baustatik, also seit 48 Monaten.

Ich hatte ursprünglich einige Bedenken wegen dieses Update-Zyklus: Parktisch niemand ist so eine Frequenz gewohnt, und aufgrund der als “normal” angesehenen irrwitzig langen Zeitspanne bei Updates von Dritten sind die Veränderungen dann auch immer dramatisch: Man findet Funktionen nicht mehr, oder Teile des Programms funktionieren einfach nicht mehr so wie gewohnt. Das ist auch kein Wunder – wenn man einmal im Jahr ein Update bekommt, dann fallen da eben große Mengen an Änderungen an. Entsprechend kleiner sind die Änderungen – und damit auch die notwendigen Umstellungen - bei monatlichen Updates. Weniger sind es darum nicht unbedingt (Hier nochmal ein Hinweis auf das Update-Protokoll im Download-Bereich Smile).

Weil das aber eben so ist wie es ist, hatte ich ursprünglich Bedenken: Würde die Kunden die Updates auch tatsächlich installieren, oder eher davon zurückschrecken? Was passiert, wenn wir mal Mist bauen, und tatsächlich was in einem Update “kaputtgeht”.

Inzwischen weiß ich, das das alles kein Problem ist: Offensichtlich werden die Updates gern und schnell angenommen und auch installiert. Und wir hatten auch schon Fälle von wegen “Mist gebaut” – die aber mit Zwischenversionen – oder spätestens mit dem Update im nächsten Monat – leicht zu korrigieren waren.

Und so stellt sich die Sache dar:

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Dargestellt sind die verwendeten Programmversionen der Baustatik in den letzten 4 Wochen: Wie man sieht gibt es einen ca. 25% der Kunden umfassenden Block, bei dem sich “nichts” tut: Diese Kunden verwenden ohne Updates einfach die Version, die sie eben verwenden. Wenn ich raten sollte würde ich sagen: Es wird jeweils die Programmversion eingesetzt, die wir per CD zugeschickt haben. Spricht ja nichts dagegen – außer, das man nicht alles nutzt, was man nutzen könnte. (Ein paar Dinge, die es z.B. in der Version 1.62 noch nicht gab sind: Lastgenerator nach 1055, Multicore-Support, EC2 2010, Ergebnisdarstellung in Rasterflächen,  etc. etc.)

Der Großteil der Anwender führt aber die Updates durch: Nach einer Woche haben schon deutlich über 25% die aktuellste Version installiert – nach ca. 5 Wochen haben etwa 75% aller Anwender die aktuelle oder deren Vorgängerversion installiert.

Lange Rede kurzer Sinn: Regelmäßige Updates in kurzen Abständen werden angenommen und installiert. Schön: Eine Sache weniger, um die ich mir Gedanken machen muss. Smile

Mehr Multicore-Support

Es wird nicht mehr lange dauern, dann enthält die Baustatik auch ein Stützen-Dokument.

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Und selbiges wird vom ersten Tag an Mehrkern-Systeme unterstützen: Bei der Durchführung der Bemessung beziehungsweise der Nachweise werden dann alle im Rechner befindlichen CPUs verwendet – ähnlich, wie das auch bei der Bemessung im Faltwerk, der Platte und den Rahmensystemen stattfindet.

Happy Birthday, Baustatik

Heute hat die Baustatik ihren 4. Geburtstag: Am 7.5.2007 war die erste öffentliche Version verfügbar. Seitdem ist viel passiert.Und auch wenn die Sache am Anfang eher ruhig ablief, wird das Programm in letzter Zeit stetig immer beliebter: In den letzten 24 Monaten hat sich die Nutzungszahl bei stetiger Steigung vervierfacht: Bin jetzt schon gespannt, wie das in 2 Jahren aussehen wird.