Thomas Woelfers Baustatik Blog

Baustatik-Software und was sonst des Weges kommt

Bald Vergangenheit: Dieser Vorgang löscht die Berechnungsergebnisse

Die umfangreicheren unserer Statikprogramme, wie zum Beispiel das Tragwerksprogramm oder das FEM-Programm, haben ja schon seit ewigen Zeiten eine 'Undo' Funktion, mit der man irrtümlich vorgenommene Veränderungen rückgängig machen kann. Das ist praktisch, denn man muss dann nicht jedesmal einen 'Sind Sie sicher ?' Dialog quittieren, wenn man eine Änderung vornimmt.

Eine ärgerliche Sache ist aber geblieben: Hat man bereits eine Berechnung durchgeführt, und ändert dann einen Parameter der die Berechnungsergebnisse hinfällig machen würde - verschiebt man beispielsweise irrtümlich einen Knoten - dann gibt es wieder eine solche Dialogbox. 'Dieser Vorgang löscht die Berechnungsergebnisse. Sind Sie sicher, das Sie diesen Vorgang durchführen wollen ?'.

Das wird sich mit der neuen Software ändern, dann hier geht das 'Undo' auch in solchen Fällen. Löscht man also einen Knoten, dann werden die Ergebnisse natürlich entfernt - das ist ja auch richtig. Macht man das löschen (verschieben, oder sonstwie verändern) dann aber rückgängig - dann stehen die Berechnungsergebnisse auch wieder sofort zur Verfügung - und zwar ganz ohne Wartezeit, sondern 'einfach so'.

Man kann übrigens auch mehrere Arbeitsschritte auf einmal rückgängig machen. Dafür gibt es eine eigene Dialogbox. Einer dieser Schritte ist dann einfach das Löschen der Ergebnisse, wie man hier im Bild dieser Dialogbox sehen kann.

undoresults.png

Comments (2) -

  • F. Heimes

    6/2/2005 11:55:58 AM |

    Zu diesem Thema habe ich einige Anmerkungen:

    1.  Den Umstand, das die Berechnungsergebnisse beim Löschen von Knoten grundsätzlich verworfen werden empfinde manchmal als Ärgernis. Wählt man bspw. im Menü „Bearbeiten -> Freie Knoten selektieren“ und löscht diese, dann werden die Berechnungsergebnisse unnötigerweise verworfen. In einigen Modulen werden die Berechnungsergebnisse verworfen, wenn man die Systembeschreibung ändert. Hier sollte m. E. genauer geprüft werden ob das Verwerfen der Berechnungsergebnisse tatsächlich erforderlich ist.

    2.  Derzeit arbeite ich an einem größeren Bauvorhaben. Da es in den Untergeschossen (3 an der Zahl) ziemlich wild hergeht, haben wir uns entschlossen den gesamten Kellerkasten einschließlich der Aussteifungskerne in den Obergeschossen (6 Kerne mit 11 Geschossen, EG + 1.-10 OG, Höhe ca. 43 m über GOK) als Gesamtsystem zu berechnen. Bei einer „mittleren“ Maschenweite von ca. 75 cm benötigt man ca. 100.000 Elemente (Rechenzeit bei 14 Lastfällen ca. 9-10 Stunden).
    Leider stellt man nach erfolgter Berechnung bei Systemen dieser Größe häufig fest, dass man bspw. die Bemessungsparameter einzelner Bereiche (z. B. Achsabstand der Bewehrung) falsch gewählt oder einen Überlagerungslastfall vergessen hat.
    Der Bemessungslauf für das oben beschriebene System dauert ca. 30 min und die Berechnung der Überlagerungslastfälle nimmt etwa 1 Stunde in Anspruch. Diese Berechnungsläufe kann man also noch abwarten oder zumindest in der Mittagspause laufen lassen, während die gesamte Berechung einen ganzen Tag (bzw. eine Nacht) in Anspruch nimmt. Die Ermittlung der Steifigkeitsmatrix und die Berechnung der Einzellastfälle nimmt einen Großteil der erforderlichen Rechenzeit in Anspruch. Änderungen, die sich ausschließlich auf die Bemessung oder die Berechnung der Überlagerungslastfälle beziehen erfordern nicht das Verwerfen der Steifigkeitsmatrix und der Berechnungsergebnisse der Einzellastfälle. Bei großen Systemen, die man mit 3D Berechnungen schnell hat, sollte man sich also sehr genau überlegen welche Änderungen das Verwerfen welcher Ergebnisse erfordern.

    3.  Das Thema Ergebnisdarstellung gehört zwar nicht an diese Stelle, hat aber auch etwas mit großen Systemen und Zukunft zu tun.
    Um sich bei dem oben genannten System einen groben Überblick über Schnittgrößen, Verformungen und Bemessungsergebnisse zu verschaffen bedarf es ca. 300-400 Ergebnisgrafiken im DIN A3 Format.
    Wenn man diese nach jedem Rechenlauf alle einzeln erstellen und ausdrücken müsste, wäre ein derartiges System wirtschaftlich nicht zu bearbeiten. M. E. ist daher ein Recorder, der die Einstellungen der erstellten Grafiken speichert und das Ausdrucken aller erstellten Grafiken am Stück (Stapelverabeitung) ermöglicht, unabdingbar. Erstrebenswert ist es außerdem dieses Protokoll editierbar zu gestalten, so dass der Anwender mehrere ähnliche Grafiken (z. B. gleiches Bauteil aber unterschiedliche Ergebnisse) durch kopieren der Anweisungen erstellen kann. Ferner sollte es unbedingt möglich sein die in dem Protokoll gespeicherten Daten auch auf ein anderes System anwenden zu können (bspw. Varianten- oder Grenzwertbetrachtungen, unterschiedliche Bettungswerte bei demselben System, Variation der Materialgüten, etc.).
    Dadurch hätte man außerdem die Möglichkeit „vorzuarbeiten“. D. h. man erstellt das System als Rohling (z. B. ohne Aussparungen und Lasten aus den Obergeschossen, die ohnehin immer zu spät kommen) und kann dennoch beginnen die für die endgültige Berechnung erforderlichen Ergebnisgrafiken zusammenzustellen.

    4.  Auch das Thema Gruppierung gehört nicht wirklich an diese Stelle, hat aber ebenfalls etwas mit großen Systemen zu tun.
    Für die Handhabung großer Systeme ist die Möglichkeit der Gruppenbildung (z. B. mehrere Flächen bzw. Platten als Gruppe „Decke über 2.UG“) m. E. unabdingbar. Für eine brauchbare Ergebnisdarstellung sollten außerdem Möglichkeiten zur gezielten Auswahl einzelner Objekte und Ausschnitte bestehen.

  • thomas woelfer

    6/2/2005 3:16:27 PM |

    hallo Herr Heimes.

    ... vielen dank fuer den ausführlichen kommentar. Dazu ein paar Anmerkungen.

    zu 1.) Im neuen Programm werden Berechnungsergebnisse wirklich nur noch dann geloescht, wenn es unverzichtbar ist. Die 'ärgerlichen' Aspekte die es bei xpla/xrst in diesem zusammenhang gibt, sind dann weg.

    zu 2.) Wenn bei der neuen Software Berechnungen gelöscht werden, dann auch _nur_ die, für die das notwendig ist - es passiert also genau das, was sie vorschlagen: so wird die steifigkeitsmatrix nicht verworfen, nur weil sich eine lastfallkombination aendert etc. pp.

    zu 3.) So in der Art wird die Ausgaben aussehen Smile

    zu 4.) 'Gruppen' sind definitiv vorgesehen - ich moechte aber nicht gerantieren das die in der ersten Version drin sein werden: die werden aber garantiert eingebaut, und das relativ frueh - nur wie gesagt: ich mag momentan nicht bestaetigen das die 'gruppen' es in die erste version schaffen...

    lange rede kurzer sinn: im grossen und ganze werden die wuensche von ihnen (zumindest die genannten) auf jeden fall erfuellt werden... Smile


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