Thomas Woelfers Baustatik Blog

Baustatik-Software und was sonst des Weges kommt

Lasten sind lästig

Ich beschäftige mich nun schon seit geraumer Zeit mit der Art und Weise wie Lasten 'funktionieren' sollen. Frustrierende Sache: Lasten sind wirklich deutlich schwieriger als man das meinen möchte.

Hier mal ein kurzer Abriss der Fälle die so eintreten können, wenn man mit Lasten arbeitet - und zwar nur anhand eines ganz einfachen Beispiels.

Angenommen, man hat einen Knoten der mit einer Last belastet ist.

Jetzt wird der Knoten ausgewählt und verschoben (ohne Kopien). In diesem Fall soll die Last wohl mit verschoben werden - obwohl sie selbst gar nicht ausgewählt wurde!

Im zweiten Fall wird die Last ausgewählt, der Knoten aber nicht. Dann wird verschoben: In diesem Fall verbleibt der Knoten an seiner Stelle - die Last landet als beim verschieben auf einem anderen Knoten. Außerdem: An der Zielstelle ist unter Umständen gar kein Knoten - im Zuge des Verschiebens der Last muss also ein neuer Knoten angelegt werden!

Im dritten Fall wird Knoten und Belastung ausgewählt und verschoben: Dabei soll natürlich die Last hinterher immer noch auf dem Knoten sein - nur ist der eben an einer anderen Stelle. Das funktioniert also im Prinzip genauso wie der erste Fall, obwohl die Auswahl der Objekte völlig anders ist.

Jetzt kommt dann der spaßige Teil: Was passiert, wenn an der Stelle an die verschoben wird bereits ein Knoten ist? Das ist wiederum abhängig von der Auswahl: War nur die Last ausgewählt, verschwindet der ursprüngliche Knoten und der vorhandene wird genommen.

War der Knoten auch ausgewählt - dann gibt es an der Zielstelle nach dem verschiebene einen doppelten Knoten. (Es ist zu überlegen ob sowas dann vor der Berechnung per Warnung angemeckert wird oder nicht. Vielleicht sollte man Knoten auch manuelle verschmelzen können...)

Und die Sache wird noch viel komplizierter - und zwar dann, wenn beim verschieben auch Kopien angelegt werden. Denn dann sind alle Fälle für jede Kopie zu prüfen.

Wenn ich Sie wäre, dann wäre ich froh, das man bei den Statikprogrammen einfach nur eine Last anklicken muss und dann den Befehl zum verschieben auswählen kann. Das ist wirklich deutlich einfacher als die Sache zu programmieren... :-)

 

 

Comments (2) -

  • Martin Jordan

    4/20/2004 6:27:44 PM |

    Sehr geehrter Herr Wölfer,
    obwohl ich ein begeisterter Anwender Ihrer Programme XPLA und XRST war, habe ich aus verschiedenen Gründen zum Lager eines renomierten Statik-Programm Herstellers aus Stuttgart gewechselt.

    Von dort kann ich Ihnen einen Tipp geben, wie Lasten programmtechnisch sehr einfach gehandelt werden können:


    Bei den ebenen und räumlichen Stabwerks-Programmen mit grafische Eingabe funktioniert das folgendermaßen:

    Es können keine DXFs eingelesen werden, dafür kann bei der Erzeugung der Knoten zwischen der tabellarischen und der grafischen Eingabe gewechselt werden.

    Zur Eingabe der Lasten muß man sich die Knotennummern merken und ein neues Fenster mit einer Tabelle öffenen, in der die Knoten und die dazugehörenden Lasten eingetragen werden können. Der Blick auf die Grafik bleibt während dessen versperrt.

    Durch diesen Trick ist der Programmierer den lästigen Lasten aus dem Weg gegangen und hat diese dem Anwender auf den Buckel gepackt.

    Das so etwas bei einem Softwarehaus mit 10000 Kunden möglich ist, hätte ich voraus wirklich nicht gedacht, zumal die grafische Eingabe angepriesen wird.

    Vermutlich war ich einfach nur von Ihren Programmen verwöhnt.


    Mit freundlichem Gruß



    Martin Jordan

  • Thomas Wölfer

    4/21/2004 6:42:31 AM |

    Hallo Herr Jordan.

    In Stuttgart findet sich meines Wissens nur RIB. ( http://www.rib.de ).

    Was hat Sie denn veranlasst unsere Programme nicht länger zu verwenden? Gibt es etwas das wir tun können um Sie zurück zu gewinnen?

    Beste Grüße,
    Thomas Wölfer

Comments are closed