Thomas Woelfers Baustatik Blog

Baustatik-Software und was sonst des Weges kommt

Product-Placement und Performance-Optimierungstipps für Flughafensicherheit

Wenn man von München nach Düsseldorf fliegt und dazu mit der dba und nicht mit der Lufthansa fliegt, dann kostet die Flughafengebühr plus die neue 'Sicherheitsgebühr' etwa ein Drittel des Flugpreises der günstigeren Flüge.

Die Sicherheitsgebühr beträgt 10 Euro. Die sind gut angelegt, schließlich will man ja nicht, das die Nachbarin im Flugzeug gefährliche Nagelfeilen mit sich herumträgt. Fürs Geld gibts außerdem auch eine prima Show: Über der wartenden Schlange von bald Durchleuchteten hängt dazu ein Monitor auf dem eine Filmschleife abgespult wird.

Der Inhalt des Films: Harmlose Menschen machen vor, was man tun muss, damit die Kontrolle möglichst reibungslos verläuft. Also Jacken ausziehen, Kleingeld und Handys in kleine Kistchen legen, Laptops separat durchleuchten lassen - und so weiter usf..

Der Motto des Films ist auch immer gleich: 'Bitte helfen Sie uns, damit es schneller geht'.

Ich helfe natürlich gern, und darum mein hilfreicher Rat an den Flughafen München: Es geht vor allem dann schneller, wenn man von den 6 möglichen Durchgängen MEHR als 2 öffnet. Zum Beispiel 4, dann gehts schon doppel so schnell.

Was mir außerdem aufgefallen ist: Die dba verteilt auf Flügen jetzt auch wieder 'Speisen' und Getränke. Bemerkenswert sind die Chips - die werden nämlich langsam und ausführlich erwähnt. Einschließlich einer mehrfachen Erwähnung des Herstellers. Offenbar ist das eine Art Marketingaktion für Chio-Chips, den vorgemeinten mehrfach erwähnten Hersteller. Was mich daran belustigt ist die Tatsache, das ich nun schon mehrfach erlebt habe, das nach der ausdrücklichen Lobhudelei für Chio dann Chips eines anderen Herstellers verteilt wurden. Empörung habe ich deswegen noch keine erlebt. Die Mitflieger wissen die guten Chips dann wohl auch zu schätzen. :-)

Dabei bleibt es aber nicht: Nachdem 'Speisen' und Getränke an den Mann gebracht wurden - vor allem die Getränke - gibt es neuerdings eine 'zweite' Getränkerunde. Die läuft auf dem kurzen Flug natürlich nur noch in großer Hektik ab - muss aber offenbar auch unbedingt über die Bühne gebracht werden, denn auch da wird der Hersteller lang und ausführlich belobigt. Es wird sogar 'Viel Spaß' mit der Brause gewünscht.

Ich bin ja für jede Form von Product-Placement offen, aber offen gesagt wärs mir lieber die würden Testfläschlein bekömmlicher Rotwein-Marken verteilen, als Cola mit Zitronengeschmack.

Comments (1) -

  • xxx

    6/28/2008 8:22:55 PM |

    Genervt von der Sicherheitskontrolle am Flughafen? Frustriert von der Tatsache, daß ein paar schnell umgeschulte Langzeitarbeitslose am Fraport uns das Weltterroristentum vom Hals halten sollen? Immer noch keine befriedigende Antwort von den Herren am Metalldetektor bekommen, warum noch kein ICE von der Lahntalbrücke gesegelt oder ein LKW voller Sprengstoff eine Ostseefähre versenkt hat - wo die doch gar keine Sicherheitskontrollen machen?

    Und warum in Hahn den Gürtel ausziehen (diese Messerfotos kennen wir ja) und in Frankfurt die Schuhe? Was wenn der Schuhbomber nun Ryanair fliegt?

    Was ist mit den vielen Milliarden Euro, die uns EU-Bürgern in Kosmetik & Softdrinks weggenommen und vernichtet werden? Das ist ein realer Wohlstandsverlust - und alles nur, weil die Flughäfen gerne Geld für bessere Röntgengeräte sparen möchten?

    Es wird Zeit für den mündigen und freiheitsliebenden Bürger, zurück zu schlagen. Der mündige Bürger reist ab sofort immer mit einer Wasserflasche im Gepäck. Der Laptop wird erst nach Aufforderung ausgepackt. Bei Fragen vom Security-Personal tut man erst mal schwerhörig.
    Jacke - in die erste Plastikschale. Den Laptop in die 2. – nach Aufforderung. Dann die Laptoptasche. Oh, Geldbeutel und Schlüssel vergessen – piep – die kommen in die 3. Plastikschale. Da kommt ja auch schon die Laptoptasche wieder, wegen der Wasserflasche. Piep. Oh, der Gürtel. Na klar (mecker, mecker beim Personal). Der Gürtel landet in der 4. Plastikschale. Weil der hoch gebildete und stets freundliche Security-Mann des Bürgers Gegenrede gar nicht leiden kann, sind nun auch die Schuhe noch dran. OK, aber grundsätzlich landen die in der 5. Plastikschale. Piept noch immer? Ach je, die Armbanduhr. Oder die Brille? Fazit: 6 Schalen & eine Laptoptasche. Das Ausgangsband hinter der Maschine ist voll. Der mündige Bürger zieht am Band in aller Ruhe minutenlang seine Sachen wieder an, prüft den Laptop, packt ihn ein und vergisst nicht, den Security-Hilfsarbeiter artig zum Abschied zu grüßen, während dieser von ca. 200 Leuten vor dem Metalldetektor ob der Verzögerung mit Blicken getötet wird.

    Wie viele solcher mündiger Bürger braucht es eigentlich, um einen Flieger verspätet abheben zu lassen? Um die Security-Performance von Terminal A zu ruinieren? Würde der Security-Wahn weiterhin auf der Tagesordnung stehen, wenn Flugzeuge ständig Gebühren für Verspätungen zahlen müssten?

    Ach so, wir brauchen doch Sicherheit. Ja, wohl wahr. Der Bundesgrenzschutz hat mir noch keine befriedigende Antwort darauf gegeben, wie die aktuelle Sicherheitskontrolle verhindern würde, daß ein Terrorist mit mindestens 12 Stunden McGypher-Fernsehkonsum nicht doch einen kapitalen Flammenwerfer oder Schneidbrenner aus Duty-Free-Rum, Silikonschlauch, Stahl-Kugelschreiber, einem Platinschmuckstück als Zünder und der medizinischen Sauerstoff-Gasflasche an Bord des Flugzeugs basteln würde. Oder der klassische 80er-Jahre-Drogenschmuggler-Film. Plastiksprengstoff in Kondomen verschluckt. Abführmittel als Aspirin gefälscht. Kommt doch dauernd vor, das mit den Kondomen und dem Kokain.

    Aber der Profiterrorist lacht sich vermutlich ins Fäustchen über die vergeudete Lebenszeit und verlorenen Wohlstand und vergeudete Lebensfreude des Westens… und kauft schon mal Dünger für die Ostseefähre seiner Wahl.

    Guten Flug in die Ferien! Und denken Sie dran: Immer nur einen Gegenstand pro Plastikschale - und nur nach Aufforderung, so lange bis der Schichtleiter der Sicherheitskontrolle weint. Und dann sagen Sie ihm: „Sie müssen doch nicht in der Flugbranche arbeiten. Sie könnten doch auch die Bahn wählen.“

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