Thomas Woelfers Baustatik Blog

Baustatik-Software und was sonst des Weges kommt

Telefon-Support

Es ist ja immer ein ganz besonderes Vergnügen, wenn man Bekannten übers Telefon "kurz mal" am Computer "helfen" soll. Mir ist völlig unverständlich, wie es einige Leute immer wieder schaffen, selbst bei einfachsten Vorgängen Unsinn zu produzieren. Mein Bekannter heute kam mit dem beliebten "Mein Internet geht nicht.".

Es stellte sich dann zunächst heraus: Internet geht prima. Gemeint war "Meine Mail geht nicht.". Natürlich kann man das Mailprogramm prima starten und auch Mails tippen. Wirklich gemeint war "Ich kann keine Mails verschicken".

Es wurden aber auch vorher noch nie Mails mit dem Rechner verschickt. In der Tat war das Problem also eigentlich "Ich habe einen neuen Computer, und weiss nicht wie ich mein eMail-Programm einrichten muss".

Das ist ja auch irre schwierig: Beim 1. Start bekommt man einen "Assistenten". Der fragt

- Nach dem Namen und der eMail-Adresse
- Nach dem POP und dem SMTP-Server
- Nach dem Benutzernamen und dem Kennwort

Man muss ja noch nicht einmal wissen, was ein POP-Server ist: Man muss nur die Angaben vom Papier des Anbieters ablesen und in ein Formular eintragen. Wenn man die Angaben nicht kenn, dann hilft es übrigens auch nicht, irgendwas zu raten. Wenn man so wie mein Bekannter halt einfach mal "POP3" ins Feld für den Namen des POP-Servers und "EMAIL" in den Namen des SMTP-Servers einträgt - dann ist das der Sache nicht förderlich.

Scheint aber irgendwie ein weit verbreitete Konzept zu sein: Wenn man eine benötigte Angabe nicht kennt, dann bringt man die nicht in Erfahrung - sondern rät sich einfach irgendwas zusammen. Und wundert sich dann, das es nicht. Ach ja - und schimpft in diesem Fall das "Vista nichts taugt".

Das gilt auch für die nicht bekannten Zugangsdaten: Vista war Schuld, das mein Bekannter sein Passwort nicht kannt. Klare Sache.

Mein Lieblingssatz im heutigen Telefonat war der folgende - als Antwort auf meine Frage, wie denn das gerade aufgegangene Fenster aussehen würde, weil ich wissen wollte, ob es sich um eine Fehlermeldung oder eine ganz normale Eingabebestätigung handelt: "Das ist so viereckig und etwa 4 auf 10 cm groß".

Tja, vier Ecken - wie überraschend...

Es stellt sich da bei mir immer so ein Gefühl ein: Man schickt einen Schimpansen ins All, und etwas geht schief. Darum muss man ihm nun per Funksprechverbindung erklären, welche Knöpfe er drücken soll... :-)

Comments (3) -

  • Thomas

    3/8/2007 2:40:23 PM |

    Jepp, schön beschriebenes Business as usual. Ich finde übrigens telefonisches Consulting zum Thema W-LAN am spannendsten. Letzte Woche konnte ich zweimal ein Lächeln in Gesichter zaubern, indem ich erklärt habe, dass man den Schlüssel (O-Ton: "Den Kääi???"), der auf dem eckigen Kasten steht, bei der Passwort-Abfrage eintragen soll ...

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