Andreas Wölfers Baustatik Blog

Unterzüge in der Platte aus Beton, Teil 2


Ich habe hier geschrieben, wie in der Platte aus Beton Unterzüge definiert werden können.

Die Steifigkeit des Unterzuges ergibt sich dabei ausschließlich aus der Geometrie. Dabei wird der Steineranteil, der sich durch die Ausmitte von Plattenachse zu Unterzugsachse ergibt, berücksichtigt.

Das bedeutet: Je höher der Steg ist, umso größer ist die Ausmitte und umso größer wird auch der Steineranteil.

Häufig bekommen wir die Anfrage nach “Deckengleichen” Unterzügen.

Dies sind der Form nach eigentlich keine Unterzüge, da sie nicht aus der Decke herausragen.

Die Ausmitte von Plattenachse zu Unterzugsachse ist bei diesen Unterzügen gleich Null.

Darum ergibt sich bei diesen Unterzügen kein Steineranteil. Die Steifigkeit ist identisch mit der Steifigkeit der Decke.

Dies führt dazu, dass diese Unterzüge absolut keinen Einfluss auf die Ergebnisse haben, da sie sich exakt so verhalten wie die Platte an dieser Stelle.

Da dies manchmal zu Verwirrungen bei den Kunden geführt hat, haben wir uns entschieden, eine minimale Steghöhe bei der Eingabe zu fordern.

Die Eingabe von 1 cm ist dabei ausreichend.

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In dem Beispiel habe ich zwei identische Decken eingegeben. Die Deckenstärke betrögt 22 cm.

In der rechten Platte befindet sich zusätzlich ein Unterzug, der 1 cm aus der Decke herausragt.

Die folgende Grafik stellt die Verformungen der beiden Platten da.


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Die Ergebnisse sind absolut identisch. Dies verwundert auf den ersten Blick.

Wenn man nun ein wenig darüber nachdenkt, sind die Ergebnisse plausibel:

Die Steghöhe beträgt nur 1 cm. Dadurch ist der Steineranteil sehr gering und vernachlässigbar klein gegenüber dem Trägheitsmoment der Platte. Aus diesem Grund unterscheiden sich die Ergebnisse nicht.

Dies ist zwar mathematisch korrekt, aber nicht das, was man mit der Eingabe bezweckt.

Im nächsten Blog zeige ich eine Lösung dieses Problems.



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