Christine Mittmanns Baustatik Blog

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Komplizierte Überlagerungsregeln



Wie ich vor einiger Zeit schon mal beschrieben habe, brauchen Sie sich in den meisten Fällen über die lineare Überlagerung keine Gedanken zu machen. Sie definieren Ihre Lastfälle mit den erforderlichen Einwirkungsarten. Für den Wind geben Sie noch an aus welcher Richtung er wirkt und das Programm weiß, dass der Wind nicht gleichzeitig auftreten kann.

Doch was können Sie machen, wenn die Situation mal etwas komplizierter wird. Zuerst ist es sinnvoll den Lastfällen einen aussagekräftigen Namen zu geben. Dies vereinfacht die weitere Arbeit mit den Lastfällen.


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Folgendes Beispiel:

Wir haben 10 Lastfälle in denen sich 4 unterschiedliche Ausschlussgruppen befinden. Diese Ausschlussgruppen sollten auch jeweils als Leiteinwirkung und als weitere Einwirkungen betrachtet werden.


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Soweit, so gut. Wir brauchen dazu:

- Eine lineare Überlagerungsregel

- Die automatische Überlagerungsregel wird über den Reiter “Erweitert“ zur Hilfe genommen.


Wie in der unteren Grafik zusehen ist, wird nur der Wind automatisch ausgeschlossen und in der Einwirkungskategorie werden die Nutzlasten als Leiteinwirkung zusammengefasst.


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Mit dem Button “Regel graphisch darstellen“ wird sichtbar gemacht, was in der Überlagerung gerechnet wird. Wenn Sie beide Fenster nebeneinander offen haben, können Sie genau verfolgen was passiert, wenn Sie in der Überlagerung etwas ändern.


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Jetzt sollten Sie sich Gedanken darübermachen welche Lastfälle nicht überlagert werden dürfen.


Dies ist mit den Ausschlussgruppen zu Händeln.

Sie legen die Ausschlussgruppe fest, in dem Sie die Gruppen mit einem gleichen Namen versehen. Vielleicht ähnlich wie in der unteren Graphik. Nicht vergessen die Art des Ausschlusses festlegen.

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Des Weiteren, sollte in jeder Ausschlussgruppe beide Lastfälle als Leiteinwirkung und als weitere Einwirkung betrachtet werden.


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Dazu muss die Bezeichnung in der Spalte “Einwirkungskategorie“ entfernt werden.


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Jetzt werden die Nutzlasten und der Wind immer nur einmal betrachtet. In der zyklischen Vertauschung werden die Lastfälle einmal als Leiteinwirkung und einmal als weitere Einwirkung betrachtet.

Also keine Angst vor einer abweichenden Überlagerungsregel.


Biegedrillknicken


Wie kommen Sie an die Ergebnisse für das Biegedrillknicken?

Sie brauchen:

- Ein Rahmensystem

Biegedrillknicken_1

- Stabzug für BDK

Der kann über die Dokumenten- Ansicht –> Rechts Klick –> Stabzug für BDK erzeugt werden.

Biegedrillknicken_2

Biegedrillknicken_3

 

Biegedrillknicken_3

 

- Eine oder mehrere nichtlineare Lastfallgruppen Theorie II die Sie mit Hilfe des Generators oder manuell erstellen können.

Biegedrillknicken_6

- Bemessungsgruppe nur mit Theorie II

Biegedrillknicken_8

Biegedrillknicken_9

- Am Ende finden Sie die Ergebnisse unter, Ergebnisse –> Bemessung –> Stabzüge.

Biegedrillknicken_10

Zwinkerndes Smiley  Wie immer hoffe ich, dass es Ihre Arbeit erleichtert.


Nichtlineare Lastfallgruppen selbst definieren


Auch in der Baustatik können nichtlinearen Lastfallgruppen manuell zusammengestellt werden.

Sie brauchen das Eingabefenster für “Nichtlineare Lastfallgruppe“. Das Fenster kann über Erzeugen → Nichtlineare Lastfallgruppe oder über die Dokumentenansicht geöffnet werden.

nichtlineare Lastfallgruppen

Hier wird die Auswahl der Theorie 1 oder 2, der Norm und der Bemessungssituation vorgenommen. 

Durch einen Doppelklick auf den Lastfall wird dieser in die rechte Tabelle geschoben. Dabei werden die Faktoren (Beiwerte) auf 1.00 gesetzt.

Achten Sie bitte darauf, dass die entsprechenden Faktoren (Beiwerte) nicht vergessen werden.

Dafür gibt es in dem Eingabefenster eine kleine Hilfe.

Zwischen den Tabellen gibt es verschiedene Pfeiltasten, die sich je nach Markierung des Lastfalles verändern.

Wird der Lastfall “Ständig“ aktiviert, erscheinen die Pfeiltasten > U und > G. Das U steht für “ungünstig” und das G steht für “günstig”.

nichtlineare Lastfallgruppen_1

Wird eine Nutzlast aktiviert, erscheinen die Pfeiltasten > L und > W. Hier steht das L für “Leiteinwirkung“ und das W für “weitere Einwirkung“.

nichtlineare Lastfallgruppen_2

Mit Hilfe dieser Pfeiltasten werden die entsprechenden Beiwerte in die Spalte ”Faktor” eingetragen.

nichtlineare Lastfallgruppen_3

Noch ein kleiner Tipp am Rande. Zwinkerndes Smiley

Um nicht nach jeden “OK” das Fenster wieder öffnen zu müssen, den Haken bei “Mehrere Objekte nacheinander erzeugen” setzen. Diese Möglichkeit finden Sie auch in den anderen Eingabefenstern.