Thomas Wölfers Baustatik-Blog

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FxCop: Benutzen und besseren Managed Code produzieren


Ich hatte schon vor sehr langes Zeit den ersten Kontakt mit FxCop - und hatte damals dummerweise beschlossen, mich zunächst nicht weiter mit diesem Tool zu beschäftigen. In den letzten Wochen habe ich aber wieder einen Anlauf gemacht und kann nur sagen: Benutzen Sie es! Jede Zeile Code, die Sie ohne die Verwendung von FxCop schreiben, ist ein Zeile Code, die Ihnen später das Leben schwerer machen wird.

Bei FxCop handelt es sich um ein Analyse-Tool, das den Quellcode von Managed Code Assemblies auf Basis eines recht umfangreiche Regelsatzes untersucht. Dabei gibt es Regeln die die Sicherheit des Codes betreffen, solche die für die Namensgebung zuständig sind - aber auch solche die auf Performance-Probleme aufmerksamen machen. Insgesamt hat das Programm von Haus aus etwa 200 Regeln.

Man kann aber auch eigene Regeln entwickeln, und FxCop damit zusätzlich bestücken.

Mein Eindruck in den letzten paar Wochen war der, das FxCop zwar keine 2-Personen Code Review ersetzt - diese aber ganz entscheident vorbereiten kann. Lauter kleine Ärgernisse, über die man als 'Einzel' Programmierer unter Umständen hinwegsehen würde werden 'angemeckert'. Kümmert man sich drum, das die Warnungen abgearbeitet werden, so resultiert das in deutlich besserem Code.

Natürlich führen einige der Regeln auch zu 'Noise' - falschen Positiven. Solche Meldungen kann man aber für zukünftige Sitzungen ausblenden. Wer das Tool nicht verwendet, der nimmt sich eine einfache aber effektive Methode den eigenen Code zu verbessern.

Die kommende Version von VS.Net wird im TeamSystem übrigens eine integrierte Version von FxCop aufweisen - und seit meinen letzten Erfahrungen damit, kann ich es wirklich gar nicht mehr abwarten, VS.Net 2005 auch im produktiven Betrieb einzusetzen. (Dann gibt es auch endlich eine integrierte Version von PreFast für C++ Code - noch ein Tool von MsResearch, auf das ich wirklich nicht länger warten möchte.)


Faltwerks-Programm: Die Dokumenten-Ansicht


Mehr Informationen zum Faltwerksprogramm. Doch ...

Vorab aber eine wichtige Information: Ich kann noch kein  Veröffentlichungsdatum nennen, und alle Informationen beruhen auf der Version, an der momentan gearbeitet wird. Ich denke, dass alle vorgestellten Funktionen, so wie ich sie beschreibe, auch im fertigen Produkt 'drin' sein werden - aber ich möchte das nicht garantieren...

Der vorherige Eintrag zum Faltwerks-Programm ist hier.



Jedes Projekt kann sich aus beliebig vielen Dokumenten zusammensetzen. Ein 'Dokument' ist dabei eine logische Einheit. Es kann sich zum Beispiel um eine Platte, um einen Querschnitt, aber auch um ein komplettes Bauwerk handeln.

In der Bauteil-Ansicht werden dabei alle Elemente die zum Dokument gehören als Baum dargestellt. Dabei tauchen diese Elemente nach Typ sortiert auf - sind aber auch verschachtelt. (Hinweis: Der Name der Bauteil-Ansicht wird sich vermutlich noch ändern. Ich gehe momentan davon aus, das diese Ansicht den Namen 'Dokumenten-Ansicht' tragen wird.)

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Im einfachsten Fall fungiert diese Ansicht also als Navigationshilfe, die Sie bei der Organisation Ihrer Objekte und beim bearbeiten von deren Eigenschaften unterstützt. Sie können natürlich auf jedes Objekte doppelklicken - das öffnet dann den zugehörigen Dialog, mit dem Sie die Eigenschaften des angeklickten Objektes bearbeiten können.

Sie können mit der Bauteil-Ansicht aber auch die Zusammenhänge der einzelnen Objekte besser erfassen. Verwendet ein Objekt ein anderes Objekte, dann taucht dieses Objekt als weiterer Ast im 'Vater' Objekt auf. Im nächsten Bild sehen Sie zum Beispiel einen Stab. Der verwendet unter anderem den Knoten '1', und dieser verwendet das Lager mit der Bezeichnung '1'. Der komplette Zusammenhang wird Ihnen dabei in der Baumstruktur dargestellt. Natürlich können Sie auch auf die Kind-Objekte doppelklicken um deren Eigenschaften zu bearbeiten. Oder aber, Sie beenden die Verwendung eines Kind-Objektes über das zugehörige Objekt-Menü.

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Die Objekte sind aber nicht nur nach Typ, sondern auch logisch geordnet. So finden Sie zwar einen separaten Order für die einzelnen Einwirkungen - ist eine Einwirkung aber einem Lastfall zugeordnet, dann taucht diese Einwirkung auch unterhalb des entsprechenden Lastfalles auf. So wie im nächsten Bild:

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Jedem Objekt ist dabei ein Objekt-Menü zugeordnet, das Sie natürlich ganz nach Wunsch auch verändern können. Wie das geht, hatte ich hier bereits erläutert. So wie auch in allen anderen Ansichten, öffnet sich dieses Objekte-Menü auch in der Bauteil-Ansicht, wenn Sie mit der rechten Maustaste auf das Objekt klicken.

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Mehr Statik-Ressourcen im Netz


Ich verlinkte ja hin- und wieder auf fremde Sites im Web, die sich ebenfalls mit Baustatik beschäftigen. Übers Wochenende habe ich noch ein paar eingesammelt. Daher hier ohne weiteres blabla - mehr Statik im Netz:

Bei Statik-Netz gibt es einige Freeware-Programme zum Thema.

Auch Arcitool hat kostenlose downloads, teilweise werden aber auch (halb)-kommerzielle Programme beworben.

InetBau ist ein Hersteller, der offenbar im Super-Lowcost-Bereich mit Harzer Statik konkurriert.

Bei Baustatik-heute gibt es unter anderen eine Link-Liste: Die enthält aber, soweit ich das gesehen habe, nicht besonders viele Einträge zum Thema.

Der Stahlbau-Lehrstuhl der TU-Braunschweig bietet Freeware-Programme an.

Statik-Web hat eine weitere Liste an Freeware-Programmen.

... und natürlich: Baustatik bei Wikipedia


WorldWind: Besser als jede Videospiel


Mein neueste Spielzeug kommt direkt von der Nasa: WorldWind. Dabei handelt es sich um eine sehr umfangreiche .Net Anwendung. (Die kommenden Versionen unserer Statikprogramme werden ebenfalls .Net Programme sein.)

Startet man WorldWind, dann erhält man zunächst ein Fenster in dem die Erde abgebildet ist. Die kann man mit der Maus dahin drehen, wo man hinsehen will. 

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Man kann aber zusätzliche Daten einblenden lassen: WordWind hat zugriff auf jede Menge Daten(banken) - unter anderem auf Wetterdaten und auf Satelittenbilder. WorldWindow kümmert sich dann um die Visualisierung. Zum Beispiel von Temperaturangaben:

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Man kann aber auch reinzoomen, und sich dabei zum Beispiel Länder- und Ortsnamen einblenden lassen. So sieht das zum Beispiel mit Italien aus:

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... oder, wenn man ein wenig weiter reinzoomt: Hier ist Rom.

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... oder, noch etwas stärker vergrößert: New York

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Es gibt aber noch eine bessere Vergrößerungsstufe: Hier nochmal ein Teil von New York. Die weissen Punkte - sind Autos.

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Alles was man dazu tun muss ist mit der Maus ranzuzoomen: WorldWind lädt dann die passenden Daten Schritt für Schritt nach. Das dauert nicht besonders lange und geht auch mit einer DSL Verbindung ziemlich gut.

Es gibt aber auch Zugriff auf normales Kartenmaterial. Dazu schaltet man das Display einfach um, sodass nicht länger die Landsat7 Bilder verwendet werden, sondern eben Landkarten:

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Und es gibt aber hochauflösende Bilder von anderen Satelitten, die man über das vorhandene Material blenden kann. Auch diese Daten werden bei Bedarf nachgeladen.

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Irre. Fast wie StarTrek. Der Download ist ein bisschen umfangreiche (etwa 200 MB), aber die lohnen sich wirklich.


Vermakelte Statiker?


Da scheint ein neuer Trend an mir vorbeigezogen zu sein. Unter anderem mit dem Werbetext:

Statiker gesucht? Ihr unverbindliches Angebot vom Statiker erhalten Sie hier.

werben einige Anbieter bereits aktiv im Netz. Baustatik als Diskount-Ware? Kann ich mir nur schlecht vorstellen - aber andere sehen das anders: Architektur-Diskount, Architekten24.de und Architekten-Makler. Vielleicht ist es ja bezeichnend, das die 'Statik-Diskounter' alles keine Statiker sondern Architekten sind.... :-)

Die Werbung finden Sie übrigens rechts am Rand, wenn Sie bei Google nach Statik suchen.