Thomas Woelfers Baustatik Blog

Baustatik-Software und was sonst des Weges kommt

Eine anstrengende Woche

Die letzte Woche war ein bisschen heftig: Nach der ersten öffentlichen Demonstration des Faltwerkprogramms haben wir die letzten paar Tage noch genutzt, um ein paar Details die von Kunden während der Vorführung angesprochen worden waren zu untersuchen und einzubauen - außerdem haben wir die Bemessung nochmal erheblich beschleunigt: Auch bei großen Systemen gibt es praktisch keine Wartezeiten mehr. Ganz so schnell wie gedacht ging das aber leider nicht - und darum gibt es das erste Release auch nicht in dieser Woche, sondern erst Anfang Mai: Auf die paar Tage sollte es aber nun auch nicht mehr ankommen.

Wie auch immer - Jetzt gibt es erstmal ein Wochenende in der Sonne:

Mit dem Faltwerk in die Zukunft

Das Einführungsseminar fürs Faltwerkprogramm gestern war voll ausgebucht: Etwas über 60 Personen erfuhren in 4 Vorträgen jede Menge Details über das neue Programm. Wir hätten ganz sicher noch deutlich länger darüber sprechen können - meine beiden Vorträge hätte ich problemlos von insgesamt 2.5 Stunden auf 4 Stunden ausdehnen können: Aber irgendwann wirds natürlich auch einfach zu viel. (Trotzdem wäre es nicht schlecht gewesen, wenn ich noch etwas Zeit gehabt hätte, über die Erweiterbarkeit des Programms was erzählen zu können.)

Wir auch immer: Mein Eindruck aus den Gesprächen mit verschiedenen Teilnehmern: Alle waren mehr oder minder begeistert - und vielleicht auch ein bisschen erschrocken über die neuen Möglichkeiten, die da auf sie zukommen.

In der nächsten Woche (vielleicht auch erst in der Woche drauf, dann aber spätestens) wird es das Programm ganz normal zum Download geben - im Downloadbereich, wo sich auch unsere anderen Programme runterladen lassen.

eMail-Quelltext bzw. Header in Outlook 2007 lesen

Ich hatte hier schonmal darauf hingewiesen, wie man in Outlook 2003 eMail-Header bzw. der Quelltext von eMails ansehen kann. Bei Outlook 2007 ist das ein bisschen besser geworden, denn man kommt nun auch ohne den Registry-Editor aus.

Zunächst muss man die Nachricht öffnen, sodas Sie in einem eigenen Fenster angezeigt wird. Im 4. Block im Ribbon, unter "Optionen" öffnet man dann den Options-Dialog. (Das geht durch einen Klick auf das kleine Symbol rechts neben dem Wort "Optionen".

In dem Dialog zeigt Outlook 2007 dann den Quelltext an - allerdings zunächst nicht so, wie man sich das vorstellt. Von Haus aus speichert Outlook nämlich nur den eigentlichen Mail-Content, aber nicht den kompletten Source. Das muss man zuerst anwerfen, und zwar über "Andere Aktionen" aus dem 2. Teil des Ribbons namens "Aktionen".

Da öffnet sich ein Menü, und in dem Menü muss die Option "Kopfzeilen erweitern/reduzieren" eingeschaltet werden. Von Mails die danach eingehen kann man mit dem oben beschriebenen Weg dann auch den kompletten Quelltext lesen.

Die Wunder der Vorratsdatenspeicherung

In einem Anfall geistiger Umnachtung hat das Bundeskabinett gestern durch das Abnicken eines neue Gesetzes eine der immer wieder Freude bereitenden Brüsseler Vorgaben erfüllt: Die Vorratsdatenspeicherung. Der Begriff an sich ist schon absurd, klingt er doch aufgrund des Begriffes "Vorrat" irgendwie positiv - gemeint ist aber eigentlich "Totalüberwachung", was schon weniger positiv klingt.

Wie das immer so ist faselten da dann irgendwelche völlig ahnungslosen Politiker irgendwas vor, und irgendwelche Nachrichtensprecher und Pressemenschen faselten das dann nach. Unter anderem fand ich den Begriff "Internetdaten" und "Internetverbindungsdaten" der gern gebraucht wurde wirklich nett. Was stellen sich diese Leute denn eigentlich darunter vor? Mir war das völlig unklar, aber als kleine Hilfestellung habe ich einfach mal eine umfassende und tiefgehende Milchmädchenrechnung angestellt, und die geht so:

Im Münchner Büro haben wir eine 2MBit Verbindung (nicht besonders viel, aber auch nicht besonders wenig) für 2 Personen - 1 Person erzeugt also tendenziell etwa 1 MBit Daten pro Sekunde. Alle 8 Sekunden also etwa 1 Megabyte, d.h. pro Minute etwa 7.5 MB - in einer Stunde also ungefähr eine CD voll. Dann schätze ich die Zahl der Internetuser auf 15 Millionen - d.h., im Land werden so um die 15 Mio CDs voller Daten produziert - und zwar jede Stunde.

Ich finde wir sollte das einfach wirklich mal machen, und die Dinger dann nach Berlin oder Brüssel schicken. In Herrn Schäubles Büro zum Beispiel. Man könnte das gerecht aufteilen und die CDs aus den geraden Stunden nach Berlin und die ungeraden nach Brüssel schicken. Porto zahlt Empfänger, versteht sich.

Nunja, ganz so wie in der Milchmädchenrechnung ist es aber nun auch nicht. Wenn man sich die Mühe macht, kann man die Brüsseler Vorgabe mal lesen: Habe ich getan, ist ein bisschen anstrengend, geht aber. Daraus geht dann hervor, was genau nun eigentlich gespeichert werden soll. Und wenn ich "genau" sage, dann meine ich natürlich "so ein bisschen wischi-waschi ungefähr". Gemeint ist aber wohl folgendes, zumindest was das Internet angeht:

- Zugewiesene Benutzerkennungen
- Benutzerkennung und Rufnummer (die zur verwendeten Telefonleitung gehören)
- Name und Anschrift des Benutzers, der eine IP-Adresse bekommen hat
- Benutzerkennung oder Rufnummer des Empfänger der Nachricht, sowie dessen Anschrift
- Datum und Uhrzeit der An- oder Abmeldung beim Internetprovider oder eMail-Provider
- Typ des in Anspruch genommenen Internetdienstes

Die im Rahmen der Kommunikation übertragenen Inhalte dürfen ausdrücklich NICHT gespeichert werden.

Daraus kann man einige interessante Dinge lernen. Zum Beispiel die folgenden:

  • Terroristen mit Standleitungsverbindungen brauchen sich keine Sorgen zu machen: (Es wird nichts protokolliert, schliesslich gibts da keine Benutzerkennungen oder Rufnummern.)
  • Terroristen die Internet-Callshops verwenden brauchen sich ebenfalls keine Sorgen zu machen. Zumindest nicht bei Barzahlung.
  • Terroristen die eine offene WLAN Verbindung benutzen: Völlig sorgenfrei. (Der Inhaber der Verbindung macht sich aber besser auf Ärger gefasst.)
  • Terroristen die ein beliebiges Firmen- oder Uni-Netzwerk benutzen: Kein Problem.
  • Offenbar "kennen" Internetprovider die Anschriften der Inhaber beliebiger IP-Adressen - sogar die von dynamisch zugewiesenen. Das ist zwar totaler Unsinn, scheint aber die Regierung nicht davon abzuhalten, trotzdem daran zu glauben.
  • Terroristen die keinen öffentlichen Mailanbieter (wie Hotmail) nutzen, sondern einfach selbst einen Mailserver betreiben gibt es offensichtlich keine. (Tipp: Sogar meine Freundin Andrea hat für Ihre 1-Mann Event-Agentur einen eigenen Mailserver.)
  • eMail-Anbieter im Ausland (Überraschung! Da kann man per Netz hin! Wow!) werden derlei Vorgaben mit Begeisterung umsetzen.
  • Der Typ eines per Internet benutzen Dienstes kann vom Zugangsanbieter "einfach so" erraten werden. Da bin ich mal ganz gespannt, wann die ersten Anbieter den Internet-Teil unserer Work&Cash Kontenverwaltung erkennen....

Interessant finde ich auch, das die Vorgabe auf der einen Seite eigentlich immer nur auf eMail und VOIP rumhackt - dann aber plötzlich doch über alle Internet-Dienste informiert werden will. Und da gibts ja ne Menge. Gopher. NNTP. NTP. IRC... etc. pp.

Wie hat man sich das denn dann konkret vorzustellen? Nehmen wir zum Beispiel mal die Physikalisch-Technische Bundesanstalt und Braunschweig. Die tut viele interessante und hilfreiche Dinge (hoffe ich zumindest, konkret habe ich aber nicht die geringste Ahnung was die eigentlich machen) - und bietet unter anderem auch einen Dienst an, bei dem man die aktuelle Uhrzeit auf Basis einer Atomuhr abholen kann. (Wenn Sie Windows einsetzen, dann benutzen Sie selbst so einen Dienst: Ihr Betriebssystem holt nämlich regelmäßig die richtige Uhrzeit von time.windows.com ab.) Muss die PTB nun plötzlich die Anschriften derjenigen wissen, die sich da abgleichen? Oder muss ein Internetprovider plötzlich wissen, das die PTB Zeitserver zur Verfügung stellt - und nicht vielleicht doch einfach nur ein paar Videos? Fragen über Fragen.

Man kann ja noch hoffen: Nach den Telefondesinfizierern sind ja bekanntermaßen als nächstes die Anwälte dran, und davon gibts in der Politikergarde ja nun jede Menge.

Prima: Lautstärkemixer in Windows Vista

In XP war das mit der Lautstärke so eine Sache: Man stellt die Musik ein bisschen lauter, und wenn dann plötzlich ein Warnungs-"Bing" von einer Meldung kam: Dann war der _sehr_ laut. Das Problem: Es gab nur eine globale Lautstärkeregelung die für alle Programme verwendet wurde - egal, ob es sich um einen Mediaplayer oder um Sounds von einer Webseite handelte.

Bei Vista ist das anders: Hier gibts den Lautstärkemixer. Das Ding hat eine einzelne Einstellungsmöglichkeit für jede Anwendung: Sobald eine Anwendung anfängt, das Sound-System von Vista zu verwenden, bekommt sie automatisch einen Eintrag im Lautstärkemixer - und man kann die Lautstärke separat einstellen.

Faltwerksprogramm: Die Einführungsveranstaltung

Am Freitag dieser Woche finden die Einführungsveranstaltung zum Faltwerksprogramm in Form eines Seminars statt. Es gibt diverse Vorträge, in denen die neue Oberfläche im allgemeinen, die Bedienung des Faltwerkprogramms innerhalb dieser neuen Oberfläche im besonderen und auch die Integration der neuen DIN 1055 erläutert wird.

Relativ kurz danach - wie kurz, ist in erster Linie von ein paar administrativen Dingen abhängig, ich denke aber in etwa in der nächsten Woche - wird das Programm dann allgemein verfügbar werden: Wer will, kann es sich dann vom Download-Bereich unseres Webservers runterladen. Jeder der eine Betaversion installiert hatte, sollte diese besser zuvor über die Systemsteuerung deinstallieren.

Für alle Besucher des Seminars am Freitag gilt natürlich: Fragen sind immer Willkommen - auch und besonders in den Pausen zwischen den Vorträgen. Einige Dinge werden nämlich dort praktisch gar nicht angesprochen - so zum Beispiel die Erweiterbarkeit des Programms mit eigenen Makros. Wer dazu was wissen will: Einfach fragen :-)

[Edit: Es ist die 1055, nicht die 1052]

So findet man die "Griechen"

Hin und wieder braucht man die sogenannten "Griechen" - also die Symbole für Buchstaben wie "Psi" oder "Gamma". Unter Vista (unter XP ähnlich) sind die mit der Zeichentabelle leicht zu finden: Im Feld "Suchen nach" (ganz unten auf dem Dialog) gibt man einfach den Namen des Buchstabens ein, den man will - die Zeichentabelle listet dann alle auf, die in Frage kommen.

Ich wusste nicht das es diese Suche gibt und habe das unter Vista zum ersten Mal gesehen: Bis dato habe ich immer "von Hand" so lange in der Zeichentabelle rumgesucht, bis das passende gefunden war. Nachdem die Sache bei Vista so angenehm war, habe ich aber bei XP nochmal nachgesehen. Da gibt es die Suche auch, allerdings ein bisschen versteckt: Man muss erst eine Option ganz unten auf dem Dialog einschalten - dann wird der ein bisschen größer und zeigt auch das Suchfeld an.

Kurzer Blick: Microsoft Office Live

Von Microsoft gibt es seit einiger Zeit ein "Online" Angebot namens Microsoft Office Live. Das ganze ist zwar noch im Beta, funktioniert aber recht gut - zumindest als ich es heute ausprobiert habe. Es gibt drei Geschmacksrichtungen die unterschiedliche Mengen an Funktionalität bieten, das kleinste Angebot - das, das ich mir angesehen haben - ist kostenlos.

Ich muss sagen: Bin beeindruckt von dem, was da geboten wird - und das ist folgendes:

Man kann sich einen Domänennamen aussuchen: Ist die Domäne noch frei, registriert Microsoft die auf eigene Kosten und stellt sie dann zur Verfügung. In meinem Testfall ist das die Domäne thomaswoelfer.de. Unter dieser Domäne kann man dann eine Website einrichten. Dafür gibt es gleich einen ganzen Satz an Online-Werkzeugen, die recht ähnlich wie die Office-Programme funktionieren. Angeboten wird ein Seiten-Designer und einem Seiten-Editor. Damit kann man so viele Seiten gestalten und verlinken wie man möchte. Es gibt dabei auch ein Verwaltungswerkzeug für Bilder und Dokumente, die man über die Seiten zur Verfügung stellen möchte.

Dann kann man noch spezielle "Module" in den Seiten einbetten: Diese Module stellen besondere Funktionen wie zum Beispiel ein Kontaktformular auf einfache Art zur Verfügung - wer schon einmal mit SharePoint gearbeitet hat, dem wird die Arbeit mit dem Webseiten-Tool sehr bekannt vorkommen.

Natürlich gibt es auch Webmail: Man kann also eMail-Accounts unter der eigenen Domäne einrichten und darüber Mails versenden und empfangen. Das Benutzerinterface dafür ist das vom "neuen" Hotmail - es sieht also ungefähr so aus, wie Outlook aus Office. Auch andere Funktionen aus Office stehen dabei zur Verfügung: Es gibt also auch eine Todo-Liste, einen Kalender und eine Kontaktverwaltung. Alles davon ist relativ einfach zu bedienen.

Alles in allem: Jedermann - oder auch jede Firma - die eigentlich gern eine Webseite anbieten möchte und gern eigene eMail-Adressen statt Adressen "@t-online.de" oder ähnliches hätte, davor aber bisher vor dem technischen Aufwand zurückschreckt ist: Mit Office Live sollte das eigentlich klappen - und das sogar kostenlos.

Hier noch ein Hinweis für alle, das nun gleich ausprobieren wollen: Direkt nach der Anmeldung kann man einige Dinge tun - aber es geht nicht sofort alles. Im besonderen ist die Webseite unter dem selbst ausgesuchten Domänen-Namen nicht zu sehen, das dauert ein bisschen. Tipp: Erst anmelden, mit dem ausprobieren aber erst einen Tag später anfangen - das macht die Sache leichter.

Rootkits - und Schutz davor

Interessant: Das VRootkit ist ein Rootkit, mit dem man wohl auch Windows Vista angreifen kann. Dazu muss der angegriffene Rechner mit dem Kit einmal gebootet werden. Der Angriff geht also so: CD mit VRootkit einlegen und System neu booten.

Der Angriff funktioniert allerdings nur, wenn beim angegriffenen Vista der Bitlocker nicht eingesetzt wird: Ein Bitlocker im TPM Modus verhindert den Erfolg des Angriffs. Mehr dazu bei Robert Hensing.

DEP auf 64 bit Vista einschalten

Aus diversen Gründen ist unter Vista 64 das DEP (Data Execution Prevention) nicht per Default für alle Anwendungen eingeschaltet. Ein Großteil dieser "diversen" Gründe existiert aber nicht mehr - daher empfehle ich: DEP unter 64bit Vista einschalten. Dafür gibt es zwei Methoden: Ein mit Registry-Settings, und eine mit bcdedit - und das ist die einfachere. Man braucht dazu eine Konsole die unter dem Admin-Account läuft, und tippt dann folgendes ein:

bcdedit /set nx OptOut

Danach: Neu booten - woraufhin DEP für alle 64 und 32 bittigen Prozesse angewendet wird.

Mehr Details: Robert Hensing