Thomas Woelfers Baustatik Blog

Baustatik-Software und was sonst des Weges kommt

Probleme mit den 3D-Ansichten

In der aktuellen Version der Baustatik gibt es offenbar ein Problem mit den 3D-Ansichten mit versteckten Linien: Aus mir bisher noch unklaren Gründen scheint es Fälle zu geben, bei denen das Installationsprogramm eine dafür wichtige DLL nicht richtig ersetzt, wenn zuvor eine ältere Programmversion installiert war. (Das ist natürlich bei praktisch allen Kunden der Fall :-().

Was dann passiert ist im einfachsten Fall, das man die "Echt" Ansicht nicht mehr aufmachen kann, und statt dessen eine Fehlermeldung in der Meldungs-Ansicht bekommt. In etwas schlechteren Fällen - und zwar in solchen, bei denen ein vorliegendes Projekt geöffnete "Echt" Ansichten enthält, kann man das Projekt nicht mehr öffnen. (Die Eingabedateien selbst natürlich schon.)

Ich untersuche noch, was dieses Problem eigentlich auslöst - ich weiss aber bereits einen Workaround: Wenn man die aktuelle Programmversion einmal "manuell" über die Systemsteuerung von Windows Deinstalliert, und danach wieder installiert, dann verschwindet das Problem....

Wichtig: Änderung bei nichtlinearen Berechnungen

Beim nächsten Update der Baustatik erfolgt eine Änderung im Umfeld der nichtlinearen Berechnungen. Eine Konsequenz daraus wird aber leider sein, das man vorhandene Dateien die nichtlineare Lastfallgruppen enthalten, manuell "nachbessern" muss. Das ist nicht so schön, war aber leider nicht zu vermeiden. (Dafür gibt es aber in Zukunft auch für nichtlineare Berechnungen eine automatische Bemessungsgruppe.) Details dazu gibts im Blog meines Bruders.

Das Software-Archiv der Baustatik

Für die Baustatik haben wir ab 2007 ein Archiv eingerichtet, das uns den Zugriff auf jede seit dem veröffentlichte Version erlaubt. Wie man leicht erkennen kann, hat sich der Umfang des Programms von November 2007 bis November 2009 in etwa verdoppelt. Wenn man sich die Dateigrößen ansieht, findet man zwei "merkwürdige" Dateien, dere Größe deutlich anders ausfällt, als die aller anderer Archivdateien.

Der Grund dafür ist der, das sich das von uns verwendete Entwicklungswerkzeug seit 2007 zweimal verändert hat: Das Software-Archiv enthält die Downloads, die per "automatischem Update" verteilt werden. Durch die Änderung des Entwicklungswerkzeuges war es notwendig, auch einige Systembibliotheken neu zu verteilen - und die sind dann ebenfalls Teil des Archivs. Nachdem man dieses Bibliotheken aber nur einmalig installieren muss, finden die sich eben nicht in allen Versionen, sondern nur in denen, bei denen der Wechsel erstmals erfolgte.

Neue Updates verfügbar

Ab sofort gibt es im Download-Bereich ein Update für die Baustatik. Der eigentliche Grund für dieses Update außerhalb der normalen monatlichen Reihe ist ein sehr ärgerlicher Fehler: Es gab einen Fall, bei dem man das Fenster für die Ergebnis-Darstellungsoptionen nicht mehr richtig verwenden konnte. Das war zwar nur bei wenigen Kunden aufgetreten, ist aber so störend, das wir nicht bis zum Ende des Monats warten wollten, um das zu korrigieren.

Bei der Gelegenheit sind aber direkt noch ein paar Neuerungen mit eingeflossen (das komplette Protokoll findet sich wie immer im Download-Bereich). Die betreffen in erster Linie DWG-Dateien. Zum einen war das löschen von importierten DWG-Daten ein teilweise extrem langsamer Vorgang - der nun mehr oder minder "instant" abläuft. Dann wurden beim Import Kreisbögen nicht vollständig importiert - es gab nur einen Punkt im Mittelpunkt des Kreises. Nun werden Kreise (zumindest bei ebenen Zeichnungen) so importiert, das man Hilfspunkte auf dem Bogen erhält. Und schließlich war es nicht möglich, DWG-Zeichnungen die ausschließlich in der X/Y Ebene lagen, in Dokumente zu importieren, die in der X/Z Ebene liegen - also zum Beispiel in den ebenen Rahmen: Das geht jetzt auch.

Bearbeiten von Lagerungsdefinitionen

In der Baustatik bringt man Einzellager dadurch an, das man zunächst eine Lagerungsdefinition erzeugt: Die kann man dann einem oder mehreren Knoten zuordnen. Ein Knoten hat also in diesem Sinne nicht direkt eine "Lagerung", sondern einen Verweis auf eine Lagerungsdefinition. Nun will man manchmal die Definition ändern - dann ändert sich die Lagerung aller Knoten, die diese Definition verwenden - oder nur die Lagerung des einen Knotens. Will man nur den einen Knoten ändern, musste man bisher eine neue Definition anlegen, und diese mit den gewünschten Parametern bestücken.

Ab dem nächsten Update gibt es einen Button, mit dem man auswählen kann, was eigentlich bearbeitet werden soll: Bei Bedarf legt das Programm dann automatisch eine neue Definition an, die die gleichen Parameter enthält, wie die bisher verwendete.

Warum Fehlermeldungen manchmal so nichtssagend sind

Bekanntes Problem: Ein Programm zeigt eine Fehlermeldung an, aber die ist nicht wirklich aussagekräftig, sondern enthält nur einen Text der Art "Irgendwas ging nich. Sorry.". Warum passiert sowas? Die einfache Antwort: Der Programmierer war faul, hatte zu wenig Zeit, oder hat nicht wirklich damit gerechnet, das an der betroffenen Stelle im Program irgendwas schief gehen könnte.

Ein anderer Grund ist der, das die Dinge manchmal einfach wirklich kompliziert werden können - und aus Zeitgründen dann in der Tat nicht alle möglichen Fälle abgehandelt werden. Die Liste der Dinge die an verschiedensten Stellen schiefgehen können ist bsiweilen überraschend lang. Das viel mir heute mal wieder auf, als ich ein Problem mit der PDF-Ausgabe untersucht habe.

Wenn man mit der Baustatik in ein PDF druckt, dann kann folgendes schiefgehen:

  • Es gibt überhaupt nichts auszugeben, weil das in der Ausgabesteuerung so eingestellt ist
  • Es gäbe zwar was auszugeben, das geht aber nicht, weil die zugehörige Berechnung nicht durchgeführt werden kann
  • Es gäbe zwar was auszugeben, aber bei der Berechnung geht der Speicher aus
  • Die Stil-Datei fehlt
  • Die Stil-Datei ist zwar da, aber kaputt
  • Die Stil-Datei ist zwar da und OK - aber ein darin eingetragenen Font liegt auf dem System nicht mehr vor
  • Die Briefpapier-Datei (ist nicht da, ist kaputt, enthält Bilder die es nicht [mehr] gibt)
  • Beim erzeugen eines der Bilder im Ausdruck geht der Speicher aus
  • Beim konvertieren eines der Bilder in S/W geht der Speicher aus
  • Beim erzeugen des echten PDF-Datei geht der Speicher aus
  • Es gibt zwar genug Arbeitsspeicher, aber am Speicherort für die PDF-Datei gibt es keinen Platz mehr auf der Festplatte
  • Die Installation ist defekt und eine der verwendeten DLLs fehlt oder hat die falsche Version (Ist echt schon vorgekommen :-) )
  • Die eingestellten Ränder führen dazu, das kein Platz mehr für den Ausdruck ist
  • Das eingestellte Hintergrund-Bitmap fehlt
  • Das eingestellte Hintergrund-PDF fehlt
  • Das Hintergrund-PDF ist zwar da, aber kein PDF
  • Das Tool zum anbringen von Hintergrund-PDFs ist nicht (oder falsch) installiert
  • Die Konfiguration fürs Hintergrund-Tool stimmt nicht
  • Das zu erzeugenden PDF gibts unter diesem Namen schon - kann aber nicht überschrieben werden, weil es im Adobe Reader nicht geöffnet ist
  • Das fertige PDF kann nicht angezeigt werden, weil der Adobe Reader nicht installiert ist

... und ich habe mit Sicherheit noch ein paar Dinge vergessen. Das sind dann die, wo die "komische" Fehlermeldungsbox kommt. Sorry. :-)

Probleme beim importieren von DWG

Im Prinzip kann die Baustatik DWG-Dateien ganz gut importieren: Es gibt für diverse Sonderfälle Optionen, mit denen man auf diese eingehen kann. Angefangen von der Möglichkeit Benutzerkoordinatensysteme im DWG abzubilden, über eigene Skalierungsfaktoren bis hin zu einem Layer- und Blockfilter sind eher viele Fälle abgedeckt.

Gestern kam dann ein Sonderfall, der bisher nicht geht: Angemommen, man hat eine Zeichnung, die im DWG ausschließlich im X/Y-Koordinatensystem abgebildet ist - aber in ein Dokument geladen werden soll, das selbst nur ein X/Z-Koordinatensystem hat - so wie das zum Beispiel beim ebenen Rahmen der Fall ist: In diesem Fall kann das Programm kaum "erraten", das die Y-Koordinaten aus der Zeichnung die Z-Koordinaten des Dokumentes werden sollen. Ergebnis: Man bekommt eine Linien mit vielen Punkten drauf - und alle haben einen X-Wert und für Y und Z den Wert 0. Nicht besonders hilfreich.

Ab dem nächsten Update gibt es darum eine Option beim Import-Dialog für DWGs, mit dem man die Vertauschung von Y und Z zwischen Zeichnung und Dokument anstossen kann. Das sollte das Problem lösen.