Thomas Woelfers Baustatik Blog

Baustatik-Software und was sonst des Weges kommt

Neue Updates verfügbar

Ab sofort ist das monatliche Update unserer Software verfügbar. Alle Details zum Update finden sich wie immer im Update-Protokoll vom Download-Bereich.

Hier kurz die wichtigsten Neuerungen in der Übersicht:

So wird man Aussparungen wieder los

Einmal angenommen, man hat eine Platte definiert, und im Zuge der Arbeit war es auch notwendig geworden, am Rand eine Aussparung einzubauen. Das ganze sieht also in etwa so aus:

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Jetzt stellt sich aber später heraus, das die Aussparung doch nicht kommt – was tun? Da gibt es verschiedene Möglichkeiten…

  • Man gibt die Platte neu ein Trauriges Smiley
  • Man legt eine andere Platte in die Aussparung – das Programm kümmert sich dann schon selbst darum, das die beiden biegesteif zusammenhängen, oder….
  • Man entfernt einfach die “richtigen” Knoten aus dem Plattenrand

Und das geht so: Zunächst mal muss man die Namen der Knoten kennen. Das geht, indem man die Beschriftung der Knoten-Namen einschaltet: In der Graphik hier ist das schon der Fall. In der Graphik kann man beim Beispiel auch schon sehen: Wenn man Knoten 6 und 7 loswerden könnte, dann hätte die Platte die richtige Form.

Dazu öffnet man die Eigenschaften der Platte.

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Dort entfernt man einfach Knoten 6 und 7 aus der Liste der Eckpunkte.

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… und man ist fertig.

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Die jetzt nicht länger benötigten Knoten 6 und 7 könnte man natürlich nun auch noch aus dem Dokument entfernen.

Wo steckt die Größe der Gelenke

In der Baustatik kann man so ungefähr jede einzelne Farbe, Strichstärke und Schriftart einstellen. Und natürlich auch die Symbolgrößen. Manchmal führt das dann aber dazu, das man die eine “gesuchte” Einstellung nicht findet. So geschehen heute: Ich brauchte die Größe für die Gelenke am Ende von Balken in der graphischen Darstellung:

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Zu finden unter: Optionen –> Einstellungen –> Darstellungsart –> Stab –> Stabdarstellung –> Größe für Anschlüsse.

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So ändert man den Vorlagen-Pfad

Kürzlich kam die Frage auf, ob man die Vorlagen für den Ausdruck (also die Briefpapier und die Stil-Datei) auch woanders als im Ordner “Vorlagen” ablegen kann. Sowas ist zum Beispiel dann praktisch wenn man mehrere Rechner in einem Netzwerk hat, und alle das gleiche Briefpapier verwenden sollen.

Kurze Antwort: Ja, das geht. Smiley

Längere Antwort: Diese Einstellung ist eine der vielen Optionen, die sich im Fenster unter “Optionen –> EInstellungen –> Allgemeines” verstecken.

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Wenn beim “Vorlagen-Pfad” nichts eingetragen wird, dann wird der normale Vorlagen-Ordner verwendet. Stellt man einen Pfad ein, dann wird eben der eingestellte verwendet. Für die Dateien in diesem Pfad müssen Lese- und Schreibrechte vorliegen: Liegen die nicht vor, dann klappt auch der Ausdruck nicht mehr richtig.

Flächenlasten auf Stäbe verteilen

Ab dem nächsten Update der Baustatik gibt es eine Funktion, mit der man Flächeneinwirkungen automatisch auf Stäbe aufbringen kann. Dabei werden die Flächeneinwirkungen in passende Streckeneinwirkungen umgerechnet: Das passiert durch die Berechnung eines Ersatzsystems.

Um das ganze nutzen zu können, gibt es in der Baustatik dann 2 neue Objekt-Typen: Die eine Sorte hat die Bezeichnung “Stab-Einwirkungsflächen”. Die andere hat den Namen “Stab-Flächeneinwirkung”.

Zum aufbringen von Flächenlasten auf Stäbe muss man zunächst eine Stab-Einwirkungsfläche erzeugen. Auf Basis dieser Einwirkungsfläche ermittelt das Programm dann die zu belastenden Stäbe und baut die Geometrie des  Ersatzsystems. Im Zweifelsfall kann man sich dieses Ersatzsystem anzeigen lassen, und in unklaren Fällen auch Stäbe bei der Ermittlung des Ersatzsystems von selbigem ausschließen.

Nachdem die Fläche definiert ist kann man sie mit Flächeneinwirkungen belasten: Diese Einwirkungen wirken dann im Ersatzsystem, und dadurch entstehen im Ersatzsystem Auflagerkräfte. Diese werden dann automatisch auf die Stäbe im eigentlichen System aufgebracht.

Es handelt sich hier also nicht um einen Generator, bei dem eine Vielzahl an Streckenlasten erzeugt werden, die man im Falle einer Änderung mühevoll wieder loswerden muss – statt dessen kann man einfach die Flächeneinwirkung ändern und die neu ermittelten Streckeneinwirkungen fließen danach automatisch ins System ein.

Die Befehle zum erzeugen der neuen Objekte finden sich wie gewohnt im “Erzeugen” Menü:

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Befehle zum anzeigen der Ersatzsystem-Details (oder zum speichern des Ersatzsystems als “normales” Baustatik-Dokument) finden sich in den Objektmenüs der neuen Objekte.

Erweiterungen beim Brandschutznachweis

Ab dem nächsten Update ist der Ausdruck der Stütze aus der Baustatik etwas umfangreicher, wenn man einen Brandschutznachweis führt. Den wirft man an, indem man in den Bemessungsparametern die gewünschte Methode auswählt.

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Danach muss man noch Brandeinwirkungen definieren.

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Im Ausgabeprotokoll kommen dann bei den Eingabedaten von Haus aus Angaben über die reduzierten Größen/Abstand raus.

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Man kann das ganze noch etwas erweitern, und zwar über die Ausgabesteuerung. Die hat zusätzliche Parameter für den Ausdruck.

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Wenn man diese Optionen einschaltet, dann werden zusätzlich noch die Profildaten und die Isotherme mit ausgegeben:

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Isotherme: Auch in Schwarz/Weiss

Weil wegen des Postings von gestern gleich Rückfragen kamen… Von Haus aus sehen die Isotherme so aus wie abgebildet – also “in bunt”.

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Es geht aber natürlich auch in schwarz-weiss:

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(Im Bild fehlt die Legende, aber “in echt” ist die auch schwarz/weiss.)

Dazu gibt es übrigens demnächst einen “globalen” Schalter, mit dem man sich darum kümmern kann, das alle Graphiken s/w ausgedruckt werden. (Doch dazu an anderer Stelle mehr.)

Machen immer noch Ärger: Druckertreiber

Man soll es nicht für möglich halten, aber auch in 2012 gibt es noch Druckertreiber, die sich einfach nicht korrekt verhalten – und dadurch für Seiteneffekte sorgen, die alles andere als lustig sind.  In diesen hier haben wir mehrere Stunden investiert…

Alles ging mit einer Fehlermeldung eines Kunden los: Immer nach dem Ausdruck war bei Ihm das Koordinatensystem von senkrechten Stäben vertauscht: Die Z-Achse zeigt nicht länger nach rechts, sondern nach links. Natürlich waren dann auch die Ergebniskurven auf der “falschen” Seite der Stäbe, Beschriftungen standen teilweise auf dem Kopf… man kann es sich wohl einigermaßen vorstellen.

Nachdem die Baustatik ja nun nicht nur auf 2 Rechnern eingesetzt wird, war es einigermaßen naheliegend, das das Problem irgendwas mit dem Drucker(treiber) des Kunden zu tun haben musste – denn wenn die Ergebnisse grundsätzlich auf der falschen Seite rauskommen würden, dann würde ich das sicher wissen.

Wir ermittelten also den Drucker, installierten den Treiber und probierten das genau geschilderte Szenario aus: Fehler trat natürlich nicht auf. Auf genauere Rückfrage kam dann raus: Es handelt sich um ein 32bit Windows – im Münchner Büro kommt aber schon seit geraumer Zeit nur 64bit Windows zum Einsatz… Also: ein 32bit System besorgt, 32bit Druckertreiber installiert, Scenario ausprobiert – und Pronto: Der Fehler war reproduzierbar. Sobald man den Druckertreiber das erste Mal verwendete (egal ob über einen Ausdruck, oder einfach nur in der Bildschirmansicht) kippte das Koordinatensystem mit allem drum und dran.

Nach weiteren Untersuchungen war dann auch klar, was passiert: Der Treiber verändert den FPU-Status und zwar um genau zu sein: Das Precision Control Feld der FPU. Selbiges hat Einfluss auf die Genauigkeit der Berechnung. Wieso ein Druckertreiber so was tut ist mir zwar völlig unklar, aber es ist ihm natürlich völlig unbenommen, die entsprechenden Status-Bits zu verändern. Die C-Laufzeitbibliothek hat auch extra mehrere Funktionendafür.  Es ist allerdings auch kein besonders großes Geheimnis, das man diesen Status-Bits zwar ungestraft verändern kann – man muss sie aber auch hinterher wieder unbedingt auf die ursprünglichen Werte zurücksetzen. Auch kein großes Geheimnis.

Vergisst man aber, den Status zurückzusetzen, dann rechnet das eigentliche Programm vorher was anderes als hinterher – so wie zum Beispiel die Baustatik, bei der dann einfach mal so eben die Koordinatensysteme “kippen”.

Der Drucker war übrigens ein HP OfficeJet Pro 8500a.

Ab dem nächsten Update werden wir einen Schalter haben, mit dem man ein derartiges fehlerhaftes Verhalten eines Druckertreibers korrigieren kann. (Auch wenn wir bisher noch nie über einen anderen Druckertreiber gestolpert sind, der auch so ein Problem hatte. Zumindest kann ich mich nicht dran erinnern.)

Noch so ein Ding, das wirklich nicht hätte sein müssen. (OK: Besser als mein anderes Erlebnis mit HP)

In Arbeit: Flächenlasten auf Stäbe

Ich mag nicht versprechen, das dies schon im nächsten Update der Baustatik drin sein wird – das gibt es aber sicher spätestens im darauf folgenden: Die Möglichkeit, Flächenlasten automatisch auf Stäbe zu verteilen.

Dazu legt man zunächst eine Fläche fest: Die kann dann hinterher belastet werden und dient außerdem dazu, die zu belastenden Stäbe zu identifizieren. Das Programm rechnet dann die definierten Flächenlasten in Streckenlasten auf die beteiligten Stäbe um, berechnet dann ein Ersatzsystem, und bringt am Ende die Auflagerkräfte aus diesem Ersatzsystem als Einwirkungen auf die Stäbe auf.

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Kurzes Video zur Flächenlastaufteilung

Welche Hardware braucht man

Ich habe schön länger keine Hardware-Referenz veröffentlicht, und weil heute ein Nachfrage kam, hier ein paar Komponenten, mit denen man einen prima Rechner für die Nutzung der Baustatik bauen kann. (Wenn man die nicht selbst baut, kann man diese Referenz auf jeden Fall zum Abgleich mit einem Komplettsystem verwenden…)

Alle angegebenen Preise sind ungefähre Netto-Hardware-Preise. (“Hardware-Preise” bedeutet: Da ist nichts drin enthalten was ein Dienstleister noch am Zusammenbau verdienen sollte. “Ungefähr” bedeutet: Das sind die Summen, die wir gerade tagesaktuelle ermittelt und gerundet haben. Die können morgen schon anders sein….).

Die Komponenten sind natürlich keine “Pflicht”, sondern nur in etwa die, die wir fürs Büro zur Zeit anschaffen würden.

Ein aktueller Rechner für die Baustatik sollte ungefähr folgendes haben:

CPU AMD Phenom X4 975, 4 Kerne à 3600 MHz       125,-
Mainboard Asus M4A88T-M, 4 RAM-Sockel                        65,-
Arbeitsspeicher 16 GB  (4x 4GB G.Skill Sniper low voltage)        85,-
Festplatte 240 GB SSD Corsair Force GT (525MB/s)         240,-
DVD-Brenner Asus DRW-24B3LT                                           20,-
Grafikkarte Sapphire HD5450, PCI-Express, 2x DVI             30,-
Netzteil 400 W, Superflower Golden Green Pro 80plus    50,-
Gehäuse Ultron UG-80 ohne Netzteil                                 50,-
Betriebssystem Microsoft Windows 7 Professional 64 bit          100,-
Maus/Tastatur Microsoft Wireless Desktop 800                         20,-
USB-Festplatte 2 TB Hitachi                                                     110,-
Monitor 24", 1920x1200 Pixel, HP-Compaq LA2405wg   210,-
    1105,-

Noch ein paar kleine Anmerkungen: Die ausgewählte Graphikkarte kann 2 Monitore bedienen – und ich würde auch jeden Fall auch die Verwendung von 2 Monitoren empfehlen. (Auch wenn in der Liste nur einer drinsteht – aber einen Monitor hat vermutlich schon jeder, und der wäre dann ja übrig… Smiley )

Für die Performance ist die SSD-Platte das wichtigste: Die sollte mindestens so groß sein, das man sowohl die Windows-Installation als auch alle Programme darauf installieren kann. (Die vorgeschlagene Platte sollte große genug sein, um außerdem auch noch jede Menge Eingabedaten darauf speichern zu können.)

Und damit die CPU und der Arbeitsspeicher Sinn machen sind die “64 bit” beim Betriebssystem wichtig: Es muss nicht unbedingt Windows 7 sein, und auch nicht unbedingt die “Professional” Variante (auch wenn ich beides empfehlen würde) – aber die 64bit sollten es auf jeden Fall sein.