Thomas Woelfers Baustatik Blog

Baustatik-Software und was sonst des Weges kommt

Monatliches Update nun verfügbar

Ab sofort steht eine neue Version der Baustatik zum Download bereit. Dieses Update wird über die automatischen Updates verteilt: Wenn Sie an den automatischen Updates teilnehmen, dann sollten Sie heute im Laufe des Tages, spätestens morgen, die aktuelle Version (1.136) ganz automatisch und ohne eigenes Zutun erhalten.

Wichtig: Wir haben Einzelfälle lokalisiert, bei denen die automatischen Updates NICHT funktionierten. Ob Sie eine solche Installation haben oder nicht können Sie herausfinden, indem Sie unter “Hilfe –> Info über” die bei Ihnen Installierte Versionsnummer anzeigen lassen. Wenn Sie dort eine Version größer 1.126 aber kleiner als 1.135 haben, dann funktioniert das automatische Update bei Ihnen nicht. Wir haben den zugehörigen Programmteil verbessert – allerdings bekommen Sie den nur dann, wenn Sie das Update manuell installieren. Wenn Sie also eine der genannten Programmversionen haben, dann gehen Sie bitte manuell auf www.die.de –> Downloads, und laden Sie die aktuelle Version mit Ihren Zugangsdaten herunter und installier Sie diese: Mit etwas Glück sollten die automatischen Updates in Zukunft auch bei Ihnen funktionieren.

Die wichtigsten Neuerungen

Die vollständige Liste der Änderungen und Erweiterungen finden sich wie immer im Update-Protokoll.

Veränderungen am Fernwartungs-Support

Ab dem nächsten Update (eigentlich ab sofort) verwenden wir für den Support der Baustatik per Fernwartung ein neues Werkzeug  - den Teamviewer. Je nach Installationsmethode kann der dann direkt aus der Baustatik heraus gestartet werden, und dann über das Hilfe-Menü:

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Wenn diese Methode nicht geht, kann man das Fernwartungs-Werkzeug auch direkt von unserer Webseite runterladen:

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Anders als früher muss man das auch nur noch einmal tun: Das einmal runtergeladene Tool kann immer wieder verwendet werden, egal wie viele Verbindungen damit hergestellt werden.

Hilfe–ich kann die Lager nicht sehen

In der Baustatik gibt es eine Vielzahl an Darstellungsmöglichkeiten für die verschiedenen Ergebnisse. Alle Optionen dafür findet man unter Optionen –> Ergebnisdarstellung.

Heute hatte ich Kontakt mit einem Kunden, der bei der Anzeige der Ergebnisse in einer Platte die Lagersymbole vermisste: Die Lager waren allesamt durch die Anzeige der Ergebnisse innerhalb der Platte verdeckt. Wie macht man also die Lager sichtbar, wenn Ergebnisse angezeigt werden?

Einige Lager außen am Rand waren teilweise sichtbar, die Lager in der Mitte der Platte waren völlig verdeckt:

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Das kann man aber natürlich ändern: Die Art und Weise, wie die Flächen von Platten gefüllt werden, stellt man bei der Ergebnisdarstellung im Unterpunkt “Flächenergebnisse ein”, und dort bei der Option “Füllung”.

Dort kann man 4 mögliche Arten auswählen: “Weiß, Farbverlauf, Schwellenwert-Raster und Farbverlauf”. Und diese Optionen bewirken folgende:

Weiß
In diesem Fall erfolgt die Darstellung so, das die Platte zunächst mit weißer Farbe ausgefüllt wird, und die Ergebnisse dann auf die dadurch entstehende weiße Fläche gemalt werden. Die weiße Fläche deckt dabei zuvor den gesamten Innenteil der Platte ab – und überdeckt dadurch auch Elemente, die in der Platte liegen. Also zum Beispiel Lager, aber auch Symbole für Unterzüge oder Ergebnislinien. Das ist im Bild oberhalb der Fall – und das war auch beim Kunden eingestellt.

Diese Darstellungsform braucht man vor allem dann, wenn man sich die Ergebnisse einer Platte innerhalb eines Gesamtsystems anzeigen lassen möchte: Wenn sich also weitere Teile der Struktur noch unterhalb der Platte befinden: Würde man die Platte vor der Ausgabe der Ergebnisse nicht weiß füllen, dann würden die darunter liegenden Strukturteile ebenfalls sichtbar sein, und die ganze Sache wird dann völlig undurchsichtig, weil sie durchsichtig ist. Smiley 

Farbverlauf
Das stellt einen füllenden Farbverlauf ein. In diesem Fall verwundert es vermutlich niemanden, das die Symbole darunter nicht sichtbar sind.
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Schwellenwert-Raster
Das erzeugt unterschiedliche Raster auf Basis der Schwellenwerte (die ebenfalls bei den Optionen für Flächenergebnisse eingestellt werden können.). Das Raster füllt die Platte ebenfalls vollständig – Symbole die darunter liegen, werden verdeckt.

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Transparent
In diesem Fall wird die Platte gar nicht gefüllt, bevor die Ergebnisse reingezeichnet werden. Ergebnis: Alle Dinge darunter kann man sehen – also auch die Lager. Das ist eine Darstellungsform die dann prima geeignet ist, wenn sich keine weiteren Strukturelemente (andere Stockwerke…) unterhalb der Platte befinden.

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So behalten wir unsere Test im Auge

Ich habe ja schon hin- und wieder darüber berichtet, das wir jede Nacht eine 32bit und eine 64bit Version der Baustatik auf Basis des aktuellen Entwicklungsstandes herstellen, und dann mit diesen Programmversionen eine Vielzahl an Dateien komplett durchrechnen – und die Ergebnisse dieser Berechnungen dann mit Referenzdaten vergleichen. Sinn der Sache ist es sicherzustellen, das eine durch die Weiterentwicklung entstandene Veränderung am Programm sich nicht auf die berechneten Ergebnisse auswirkt. Oder wenn, dann eben nur, weil das vom Entwickler auch gewünscht war.

Zur Zeit berechnen wir dabei pro Version ca. 3500 Eingabedateien (also insgesamt 7000). Und pro Datei gibt es dann natürlich noch jede Menge unterschiedlicher Ergebnissarten – und die an jeder Menge Stellen. Also zum Beispiel alle Auflagerkräfte für alle Lastfälle und Überlagerungen, aber eben auch alle Verformungen und Bemessungsergebnisse aller Faltwerkselemente in allen FE-Punkten. Mit einem Wort: Das sind echt viele Zahlen. Viele.

Und so machen wir das…

Zunächst mal haben wir 2 virtuelle Hyper-V Maschinen im Betrieb, beide mit installierter Quellcodeverwaltung und Visual Studio. Auf beiden werden abends Jobs angestoßen, und diese Jobs tun folgendes:

  • Aktuellen Quellcode runterladen
  • Programmversion herstellen (die eine virtuelle Maschine die 32bit Version, die andere die 64bit Version)
  • Aktuelle Testdateien runterladen
  • Für alle Testdateien alle möglichen Ergebnisse berechnen und protokollieren
  • Alle Ergebnisse mit den Referenzergebnissen vergleichen und eventuell aufgetretene Unterschiede protokollieren

Alles was protokolliert wird landet in einer Datenbank (in Azure), und dafür wiederum haben wir eine (interne) Webseite, mit der man sich die Daten ansehen kann. Die liefert zunächst mal eine Übersicht, aus der hervorgeht, welche Version überhaupt gebaut werden konnte, wo Testläufe durchlaufen wurden, und wo Testläufe fehlschlugen:

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Im Fall eines Fehlschlags kann man auf den Testlauf klicken und bekommt eine Übersicht über diesen Testlauf. In dieser Übersicht sieht man dann auch schon, in welchem Bereich der Fehler lag:

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Dort kann man dann wiederum auf den Fehler klicken und bekommt alle Details dazu, was genau nicht geklappt hat:

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Danach kennt man also schon mal die Dokumente, bei denen es ein Problem gab und eine Zusammenfassung des Fehlers. Klickt man nun noch auf die Datei, gibt es auch (zum Teil etwas kryptische) Informationen darüber, welcher Teil der Berechnung genau nicht geklappt hat – und was genau der Fehler war:

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Wenn man nicht ganz so tief in die Details gehen will, dann gibt es natürlich auch etwas höher angeordnete Statistiken, zum Beispiel wie viele Testläufe durchlaufen wurden, und wie lange das gedauert hat. (Wenn sich hier was ändert, dann ist zwar nichts wirklich falsch – aber langsamer werden soll die Sache natürlich auch nicht):

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Insbesondere bei der Zeit sind kleinere Unterschiede aber zu erwarten, das bringt schon allein die Verwendung der virtuellen Maschinen mit sich: Wenn der physische Rechner in dem die sich befinden gerade etwas “interessantes” tut – also zum Beispiel ein automatisches Update einspielt – dann verändert sich die Performance der virtuellen Maschine darin – und darum kommt es zu anderen Laufzeiten. Die sollten aber immer nur gering sein – sonst stimmt mit dem Programm etwas nicht.

Und das ist im großen und ganzen die Methode, mit der wir die Übersicht über unsere Test – und das Verhalten der Baustatik – behalten: Viele, viele, viele Daten – in hübsche Graphiken verpackt. Eigentlich genau so, wie die Baustatik selbst Smiley

Änderungen beim Export nach DXF

Ab dem nächsten Update enthalten die über die Baustatik exportierten DXF-Dateien zusätzliche Daten. Zusätzlich zu den bisherigen Angaben enthalten die exportierten Daten auch angaben über definierte Verlegebereiche: Man erhält die zugehörigen Polygone und eine entsprechende Beschriftung, mit der die Matten bzw. der Rundstahl innerhalb des Bereichs identifiziert werden kann.

So wie die anderen Elemente auch, befinden sich diese Angaben in eigenen Layern und können daher im CAD System ein- bzw. ausgeblendet werden.

Ein “interessanter” Fehler

Bei der Baustatik muss man eigentlich nie irgendwelche Fenster schließen, um zwischenzeitlich einen anderen Vorgang als dem aus dem aktuellen Fenster durchzuführen. Man kann also zum Beispiel neue Knoten anlegen, während man gerade einen Polygonzug definiert, und während man das tut, das Material eines Bauteils ändern.

Das klappt auch gut: In diesem Zusammenhang sehen wir quasi nie irgendwelche Fehlermeldungen. Aber manchmal, ganz selten, eben doch. Und die sind dann so obskur, das es bisweilen ganz schön dauert, bis bei uns der Groschen fällt. Und so einen Fall hatten wir heute im Lastgenerator. Das Problem tritt in der aktuellen Version noch auf, ist aber ab dem nächsten Update raus.

Und produzieren kann man den Fehler so:

  • Man öffnet ein neues Dokument vom Typ “Lastgenerator”
  • Man öffnet das normale Fenster mit den Eigenschaften: Darin ist “Binnenland” ausgewählt
  • Jetzt geht man in die Eigenschaften-Ansicht (also in einer der alternativen Eigenschaften-Darstellungsformen) und wählt dort statt “Binnenland” “Küste und Inseln der Nordsee” aus.
  • Böse Fehlermeldung Smiley

Wenn man die Eigenschaft nur in einem der beiden Fenster anzeigen lässt, tritt das natürlich nicht auf. Und wen man irgend eine andere Eigenschaft ändert, auch nicht…

Wie gesagt: Ab dem nächsten Update tritt das nicht mehr auf.

Einführungsvideo zur Lastweiterleitung

Ich hatte vor kurzem einen kleinen Einführungstext in die Lastweiterleitung veröffentlicht. Im nachhinein hatte ich aber den Eindruck, das das die Sache nicht wirklich “richtig gut” erklärt – man muss einfach einen große Menge Text lesen, um die eigentlich wenigen Arbeitsschritte mitzubekommen.

Darum: Hier das ganze nochmal als kurzes Video. Dauert ca., 10 Minuten und erklärt eigentlich alles, was man wissen muss. – Video zur Lastweiterleitung

Die Lastweiterleitung, das Projekt–und zusätzliche Dateien

Ich hatte heute eine Rückfrage eines Anwenders der Baustatik zur Lastweiterleitung, die ich als Anlass nehmen möchte, ein paar “kleinere” Informationen rund um die Projektverwaltung der Baustatik los zu werden… Smiley

Bei der Frage ging es darum, ob alle an der Lastweiterleitung beteiligten Dokumente im gleichen Ordner liegen müssen: Das sei “unübersichtlich”, weil die Baustatik ja für jede Eingabedatei 3 zusätzliche Dateien anlegen würde. (.jpeg, .memento und .composition.xml)….

Hier vermischen sich allerdings ein paar Dinge…

Zunächst einmal: Damit man die Lastverwaltung verwenden kann, müssen die beteiligten Dateien natürlich NICHT in einem gemeinsamen Ordner sein. Sie müssen aber in einem gemeinsamen Projekt sein – ein Projekt kann aber beliebig viele beliebig tief verschachtelte Unterordner enthalten. Das Projekt wird über die Projekt-Ansicht dargestellt:

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Nicht alle Dateien in einem Ordner müssen zum Projekt gehören: Projektfremde Dateien können in der Projekt-Ansicht ein- und ausgeblendet werden. Das geht per Button: Zum Projekt gehörende Dateien haben ein “buntes” Icon, nicht zugehörige ein “leeres”:

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Dateien können zum Projekt hinzugefügt oder rausgenommen werden. Das geht über einen Rechtsklick auf die Datei in der Projekt-Ansicht:

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Dann gibt es noch da die 3 “zusätzlichen” Dateien, die pro Dokument angelegt werden: Die werden nicht länger angelegt, wenn man die richtige Option einschaltet. Und diese “richtige” Option ist: “Optionen –> Einstellungen –> Allgemeines –> Programmstart –> Eingabedaten im komprimierten Format speichern –> Ja”:

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Sobald diese Option eingeschaltet ist, werden keine neuen “zusätzlichen” Dateien mehr angelegt. Schon vorhandene kann man ungestraft löschen – es kommen dann auch keinen neuen mehr. Diese Option schaltet nicht nur die Erzeugung der zusätzlichen Dateien aus, sondern auch die Versionsverwaltung ein. (Die Versionsverwaltung ist dafür da, damit Sie nicht länger irgendwelche Zwischenversionen manuell speichern müssen – das geht dann automatisch.)

Warum ist diese Option von Haus aus ausgeschaltet? Gut Frage Smiley - Sie ist eigentlich seit einiger Zeit von Haus aus eingeschaltet: Nur auf Rechnern, auf denen die Baustatik schon länger installiert ist, steht die Option auf dem “alten” Wert. Und früher war die Option von Haus aus ausgeschaltet, weil die dahinter liegende Funktion unter Windows XP nicht zur Verfügung stand – und “früher” eine Vielzahl an Kunden noch XP einsetzen. Das ist zum Glück nicht mehr so … und darum ist sie nun per Default “ein” – nur hat das eben keinen Einfluss auf Rechner, wo sie aus historischen Gründen auf “aus” steht.

Baustatik Winterworkshop: Digitale Statik

Der Kollege und Baustatik-Anwender Dieter Linka ( www.idl-plan.de ) hat sich bereit erklärt, Anfang 2016 einen Workshop zum Thema "Digitale Statik" zu organisieren. Die zugehörige Agenda mit Ort, Termin und Preis können Sie hier herunterladen.

Die Veranstaltung ist noch in der Vorbereitungsphase - zur Zeit wäre es von Interesse, wer bei den vorliegenden Parametern an der Veranstaltung teilnehmen würde. Ich bitte Interessenten sich direkt bei mir ( tw@die.de ) zu melden. Sobald genug Interessenten zusammengekommen sind, gehen wir in die nächste Phase, bei der dann eine echte Anmeldung notwendig wird.

Herr Linka sucht außerdem noch 2-3 Referenten, die ihre Arbeitstechniken praxisorientiert hinsichtlich der Erstellung einer digitalen Statik im Rahmen des Workshops vorstellen möchten. Falls Sie Interesse daran haben, melden Sie sich bitte direkt bei Herrn Linka ( dieter.linka@idl-plan.de ). Die bisherigen Referenten sind Herr Veit Christoph von VCmaster und meine Wenigkeit.

Über das zugehörige Skifahren bin ich mit nicht ganz im klaren – aber grundsätzlich könnte das ja schon ein Spaß werden…

Lastweiterleitung: Ein Einführung

Ich habe ja schon zuvor mehrfach auf die bald verfügbare Lastweiterleitung hingewiesen. Jetzt ist die Sache aber weit genug, damit ich den ersten Teil davon öffentlich für das nächste Update der Baustatik ankündigen kann: Das nächste Update der Baustatik (das im Rahmen der monatlichen Updates zum Anfang Dezember kommt) wird den ersten Teil der neuen Lastweiterleitung enthalten. Dieser Teil ermöglicht die automatische Weiterleitung zwischen Platten. Die Platten können dabei entweder als Faltwerk-Dokumente oder als Platten-Dokumente vorliegen.

In Zukunft folgende Möglichkeiten – zum Beispiel die Weiterleitung aus dem Dach in den Durchlaufträger – werden extrem ähnlich aussehen und wie von der Baustatik gewohnt nahezu identisch zu bedienen sein.

In Rest dieses Posts werde ich die neue Lastweiterleitung anhand eines kleinen Beispielsystems beschreiben. Das Beispiel besteht aus 3 Stockwerken: Im obersten Stock (DG) befinden sich 2 Platten, die in getrennten Dokumenten vorliegen. Darunter befindet sich das OG, das mit nur einem Dokument erfasst wurde und schließlich gibt es das Erdgeschoß, ebenfalls in einem einzelnen Dokument. (Die komplette Definition ist eher unrealistisch und von mir so erstellt wie sie ist, damit die Funktionsweise der Lastweiterleitung einfacher zu erklären ist.)

Es liegt also folgendes vor:

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Aus DG-Links und DG-Rechts müssen also die Auflagerkräfte nach OG weitergeleitet werden, und von dort müssen die Auflagerreaktionen nach EG weitergeleitet werden.

Für die Lastweiterleitung gibt es ein neues Objekt mit dem Namen ‘Lastweiterleitung’. (Ich weiss, nicht besonders überraschend oder kreativ. Aber passend Smiley ). Das kann man wie alle anderen auch über das “Erzeugen” Menü erzeugen und danach definieren.

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In den beiden DG-Dateien muss für die Weiterleitung gar nichts getan werden. Anders als bei der “alten” Weiterleitung, wird dort nicht erst irgendwas exportiert. Statt dessen geht man in das OG-Dokument und legt dort 2 Lastweiterleitung an. Die Lastweiterleitung hat die folgenden Eigenschaften:

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Auf dem Reiter “Standard” wählt man zunächst das Dokument aus, aus dem importiert werden soll. Dazu gibt es im linken Bereich einen Baum, in dem alle Dokumente angeboten werden, aus denen importiert werden kann. Im Falle der Platte sind das alle anderen Platten im Projekt.

Das ausgewählte Dokument wird in einer etwas vereinfachten Form graphisch dargestellt. Neben dieser Darstellung befinden sich Kontrollelemente, mit denen der Export gesteuert werden kann. Zunächst kann ausgewählt werden, ob die Ergebnisse von Lastfälle oder Lastfallgruppen exportiert werden sollen. Darunter können die Lager ausgewählt werden, deren Lagerkräfte aus dem ausgewählten Dokument exportiert und ins aktuelle importiert werden sollen. Zum besseren Verständnis werden die ausgewählten Lager in der Graphik farblich markiert. (Das ist die grüne Markierung, die man im Bild sieht.)

Im unteren Bereich legt man fest, welche Lastfälle importiert werden sollen (man muss also nicht alle importieren). Für jeden zu importierenden Lastfall muss ein Ziel-Lastfall im aktuellen Dokument angegeben werden. (Man kann das auf dem Bild nicht sehen, aber nachdem es i.A. deutlich mehr als 2 Lastfälle gibt, sind alle Teile des Fensters in der Größe veränderbar und die Liste der Lastfälle kann zusätzlich gescrollt werden.)

Auf dem 2. Reiter kann man noch weitere Parameter für den Import festlegen:

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Zum einen ist es möglich die Lastrichtungen auszuwählen, die importiert werden sollen. (Im Fall von Platten werden das eigentlich immer die Z-Kräfte sein.). Für die Streckenlager kann noch angegeben werden, ob diese im Rahmen des Imports als Gleichlasten importiert werden sollen. Ist das nicht der Fall, werden Ersatztrapezlasten verwendet.

Schließlich kann man noch eine Translation und eine Rotation an den Import-Vorgang hängen: Das ist für Fälle gedacht, bei denen die Stockwerke aus welchen Gründen auch immer nicht in der gleichen Lage und Position definiert wurden.

Das OG bekommt also 2 Lastweiterleitungen: Eine für DG-Links und eine zweite für DG-Rechts.

Das EG erhält nur eine Lastweiterleitung, und zwar ein, die den Import aus dem OG definiert.

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Damit ist die Sache eigentlich vollständig definiert. Zur besseren Übersicht gibt es aber auch noch ein zusätzliches neues Fenster, das über das “Fenster” Menü sichtbar gemacht werden kann: die Weiterleitungs-Ansicht.

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Die Weiterleitungs-Ansicht enthält den kompletten Zusammenhang der Weiterleitungsdefinitionen für das gerade aktuelle Dokument. Im Fall des EGs sieht das zunächst so aus:

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Man kann in dieser Ansicht mehrere Dinge erkennen:

“EG” ist abhängig von “OG” und “OG” ist abhängig von “DG Links” und “DG Rechts”. Zwischen den Dokumenten befinden sich zusätzliche Symbole: Diese stellen den aktuellen Zustand der Verbindung zwischen dem importierenden und dem exportierenden Dokument dar. Hier im Bild ist es eine unterbrochene Kette – die Verbindung ist also gestört.

Man sieht auch den Grund für die Störung: DG Links und Rechts haben jeweils noch ein Warnungs-Ausrufungszeichen. Grund für die Warnung: Die Lastweiterleitung wurde zwar definiert, aber bisher wurden noch nie irgendwelche Lasten auch tatsächlich weitergeleitet.

Wenn man in das OG Dokument wechselt, wird das Problem vom Programm auch sofort deutlicher beschrieben:

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Die Lastweiterleitungs-Objekte sind mit dem Fehler-Symbol markiert und beim Aufruf des Konsistenz-Test werden auch entsprechende Meldungen in der Meldungs-Ansicht ausgegeben: Die Lastweiterleitungen müssen aktualisiert werden. Diese Aktualisierung kann auf drei Arten durchgeführt werden:

1.) Über einen Schaltknopf in der Weiterleitungs-Ansicht:
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2.) Über den “Aktualisieren” Button der Fehlermeldung in der Meldungs-Ansicht
3.) Über ein Kommando das Teil des Objektmenüs für Weiterleitungs-Elemente ist.
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Beim aktualisieren werden immer alle Dokumente ab dem aktuellen aktualisiert – und dafür bei Bedarf auch neu berechnet. Aktualisiert man also das Erdgeschoss, werden alle darüber liegenden Stockwerke ebenfalls aktualisiert und bei Bedarf neu berechnet. Aktualisiert man hingegen nur das OG, bleibt das EG auf dem alten Stand.

Nach der Aktualisierung bietet die Weiterleitungs-Ansicht ein neues Bild:

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Alle Dokument sind “In Ordnung und aktuelle” (darum das grüne Symbol) und alle Verbindungen sind ebenfalls in Ordnung (darum die geschlossene Kette).

Im Rahmen des aktualisierens ist folgendes passiert:

  1. Das Dokument “DG links” wurde geladen und berechnet.
  2. Das Dokument “DG Rechts” wurde geladen und berechnet.
  3. Das Dokument OG wurde geladen.
  4. Die Auflagerkräfte aus DG Links wurden wie im Import definiert als Einwirkungen in OG aufgebracht.
  5. Die Auflagerkräfte aus DG Rechts wurden als Einwirkungen in OG aufgebracht.
  6. Das Dokument OG wurde berechnet und seine Auflagerkräfte wurden als Einwirkungen in EG aufgebracht.

Die durch die Weiterleitung aufgebrachten Lasten befinden sich wie ganz normale Einwirkungen im zugehörigen Lastfall-Ordner der Dokumenten-Ansicht. Diese Einwirkungen sind aber leicht zu erkennen: Zum einen sind sie mit dem “Import” Symbol markiert – dem kleinen blauen Pfeil, der zusätzlich zum normalen Einwirkungssymbol angezeigt wird. Zum anderen haben diese Einwirkungen auch noch alle eine Referenz auf die Lastweiterleitung, die ebenfalls dargestellt wird:

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Die Eigenschaften von weitergeleiteten Einwirkungen werden speziell behandelt: In der Eigenschaften-Ansicht kann man erkennen, das diese Einwirkungen einen eigenen Parameter-Bereich haben, den normale Einwirkungen nicht aufweisen:

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Öffnet man das Eigenschaften-Fenster, so erkennt man, das die meisten Eigenschaften von importierten Einwirkungen nicht bearbeitet werden können:

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Die Einwirkungen liegen also als ganz normale Lasten vor, die in allen relevanten Fällen (Überlagerung, Lastfallgruppen, etc.) genau wie normale Einwirkungen verwendet werden. Für die Berechnung verhalten sich weitergeleitete Einwirkungen genau so, als wären sie von Hand eingegeben worden.

Lastweiterleitung: Was bei Änderungen passiert

Soweit die Weiterleitung an sich: Das Dokument “EG” wird also nun mit den Lasten aus OG und DG berechnet. Was ist aber nun zu tun, wenn sich an OG oder DG etwas ändert? Gut das Sie fragen – ich spiele das hier kurz mal durch.

Zunächst gehe ich ins DG-Rechts und führe dort eine Änderung durch – fürs Beispiel verändere ich einfach die Dicke der Platte. Danach geht es zurück ins EG-Dokument. Sobald das wieder das aktive ist, bekommt man folgende Darstellung in der Weiterleitungs-Ansicht:

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Die Baustatik bemängelt also das “DG-Rechts” Dokument und dessen Verbindung zum davon abhängigen “OG”. Mit Hilfe der Weiterleitungs-Ansicht kann man also sofort erkennen, wenn ein Teil der zusammen hängenden Dokumente aktualisiert werden müssen. Und das ist auch alles, was zu tun ist: Man muss auf den “Aktualisieren” Button drücken, und danach sind wieder alle Zustände in Ordnung.

Im EG und um OG-Dokument wurden alle importieren Einwirkungen vom vorigen Durchlauf entfernt, und durch neue aktuelle ersetzt. Ein manueller Arbeitsschritt ist dafür nicht notwendig.

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Lastweiterleitung: Was bei Fehlern passiert

Natürlich gibt es auch mal Eingabefehler. Einmal angenommen, so einer hätte sich bei “DG Rechts” eingeschlichen – das simuliere ich hier einfach, indem ich aus dem Faltwerkselement das Material entferne. Das ist also ein ganz normaler Fehler, einer, auf den beim normalen Arbeiten mit einer Fehlermeldung in der Meldungs-Ansicht reagiert würde.

Es wird also zunächst der Fehler im DG-Dokument eingefügt, und dann wieder zurück ins EG-Dokument gewechselt. Das Weiterleitungs-Ansicht zeigt dann folgendes Bild:

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Das kennt man nun schon: Das bedeutet im Wesentlichen, das sich irgendwas verändert hat, und eine Aktualisierung notwendig ist. Man muss also auf “aktualisieren” drücken, und das produziert dann folgendes Bild:

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Die Meldungs-Ansicht zeigt die Fehlermeldung an, und die Weiterleitungs-Ansicht visualisiert, das die Weiterleitung nicht durchgeführt werden konnte. Wie von der Meldungs-Ansicht gewohnt, kann man dort einfach auf die Meldung klicken, um zum fehlerhaften Objekt zu gelangen und dieses zu korrigieren. (Wenn das zugehörige Dokument noch nicht geladen ist, wird es dabei automatisch geladen.)

Sonstige Anmerkungen

Es gibt noch eine weitere Stelle, bei der sich die Einführung der neuen Lastweiterleitung im Benutzerinterface auswirkt: Das Fenster, mit dem ein Projekt geschlossen ausgedruckt werden kann.

Hier ist eine Option hinzugekommen, mit der die Aktualisierung der Lastweiterleitung vor dem geschlossenen Ausdruck automatisch durchgeführt werden kann:

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Änderungen an der Online-Hilfe

Seit einigen Versionen liefern wir die Online-Hilfe der Baustatik nicht länger mit dem Programm aus. Statt dessen befindet sich die komplette Dokumentation auf unserem Webserver und ist dort jeweils in der aktuellen Version erreichbar. Die Hilfe im Programm öffnet einfach einen Webbrowser und kümmert sich dann drum, das dieser die “richtige” Seite anzeigt.

Man sollte es nicht für möglich halten, aber das ist tatsächlich ein komplexer Vorgang, bei dem unheimlich viel daneben gehen kann. Darum tut das Programm 2 Dinge: Zunächst versucht es eine Instanz des Internet-Explorer zu erzeugen und diesen zur notwendigen Seite zu schicken. Wenn das nicht klappt (z.b. weil der IE deinstalliert wurde oder aus sonstigen Gründen nicht gestartet werden kann), dann gibt das Programm die Anweisung zum Öffnen der HTML-Seite an Windows weiter: Windows sollte dann versuchen, diese Seite mit dem Default-Browser zu laden.

Die Anzeige mit dem Internet Explorer klappt aber eigentlich immer (es sei dann, man hat es irgendwie geschafft, die IE Installation zu zerstören) und darum wird die Hilfe auch eigentlich immer mit dem IE angezeigt.

Nun verwenden aber viele Anwender im Normalfall einen anderen Browser (auch wenn ich nicht nachvollziehen kann, warum…) – und darum werden wir das Programmverhalten ab dem nächsten Update ändern: Ab dann wird zunächst versucht die URL mit dem Default-Browser zu öffnen. Hat man also den Firefox oder den Chrome oder sonstwas als Default-Browser eingestellt, dann sollte ab dem nächsten Update auch unsere Hilfe mit diesem angezeigt werden. Nur wenn das nicht klappt wird in Zukunft eine Instanz des IE verwendet.

Änderung beim löschen von Lastfällen

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Bisher ist es in der Baustatik so, das beim löschen von Lastfällen Lasten entstehen, die keinen Lastfall haben – der wurde ja gelöscht. die ursprüngliche Überlegung dahinter war, das es sich beim löschen eines Lastfalls um eine “Aufräum”-Aktion handelt und man die Lasten darin vermutlich eigentlich in einem anderen Lastfall haben möchte.

Aus einem Gespräch beim letzten Stammtisch ergab sich aber: Das ist Blödsinn Smiley. Wenn man die Lasten in einem anderen Lastfall haben will, dann kann man sie mit der Lastfallverwaltung dahin befördern. Löscht man einen Lastfall mit Lasten darin, dann will man auch das das Lasten mit gelöscht werden.

Das ist dann ab dem nächsten Update auch der Fall.