Thomas Wölfers Baustatik-Blog

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EU : 0 - Realität : 1


Nachdem die EU sich nun nach jahrelangem Streit durchgesetzt hat und Microsoft zwingt, eine Version von Windows XP ohne Media-Anteil rauszubringen - und nachdem Microsoft sich nun auch endlich gebeugt und alles so gemacht hat, wie die EU Kommission das will - danach setzt nun endlich die Realität ein.

Und die lautet: Keiner der großen Hersteller will das neue XP auf seinen PCs installieren. HP nicht, Lenovo (IBM) nicht, und Dell auch nicht. Siemens würde, wenn man sie fragte - sagt aber gleich mal vorbeugend, das man bisher nicht gefragt worden sei.

Da hat sich der jahrelange Streit ja mal so richtig gelohnt.

Achso: Wenn Sie den Windows Media-Player von Windows nicht mögen - hier gibts den von Real Networks. Aber kommen Sie hinterher nicht, und fragen mich, wie Sie das Ding wieder loswerden. :-)


Update für Windows-Update


Es gibt ein Update fürs 'Windows Update'- und das hat den beknackten Namen 'Microsoft Update'. (Man fragt sich wirklich, wer sich bei denen die Namen einfallen lässt...)

Abgesehen vom Namen: Das Programm ist kostenlos und empfehlenswert. Im wesentlichen ersetzt es das alte 'Windows Update' - das ist das Tool das sich darum kümmert, das verfügbare Updates für Windows automatisch installiert werden. (Was Sie schon aus Sicherheitsgründen auf jeden Fall auch tun sollten.)

Das neue Tool unterscheidet sich weder optisch noch von der Bedienung her sonderlich vom alten - hat aber einen signifikanten Unterschied: Es installiert auch Updates für andere Programme von Microsoft, zum Beispiel die für Office. Man kann sich den Weg zu 'Office Update' also sparen - und bleibt trotzdem autoamtisch auf dem neuesten Stand.

Zu haben ist das neue 'Microsoft Update' hier.


Remote Desktop Snap-In: Windows Server fernwarten


Wer Windows 2000 oder 2003 Server fernwartet, der wird das vermutlich per RDP mit einer Terminal Session (oder einer Remote Desktop Session) tun. Das ist sehr praktisch - allerdings wird es ein bisschen unhandlich, wenn man multiple Server zu verwalten hat: Immerhin bekommt man ja für jeden Server ein eigenes Desktop-Window. Es sammeln sich dann relativ schnell jede Menge Buttons in der Taskleiste an.

Dabei geht das eigentlich viel hübscher, und zwar mit dem Remote Desktop Snap-In für die MMC. Mit dem Ding kann man einfach einen Baum von Servern aufbauen und sich per Klick damit verbinden: Der Server-Desktop erscheint dann innerhalb des MMC-Fensters - das umschalten zwischen den Servern ist dadurch wesentlich einfacher, und insgesamt ist das auch deutlich praktischer als eine Sammlung von RDP-Links in irgend einem Ordner anzulegen.

remote_desktop_snap_in.png

Das Snap-In gibts kostenlos als Teil der Windows Server Administration Tools.


Zwei Tipps zum Taschenrechner


Bei Windows XP ist ein Taschenrechner-Programm beigepackt. Wenn Sie Bauingenieur sind (wie das bei vielen Lesern hier der Fall ist) und das Programm starten, dann werden Sie es aber nicht besonders hilfreich finden. Grund: Im Normalfall startet der Rechner im 'einfachen' Betriebsmodus und der ist eben - naja: einfach.

Genauer: Etwas zu einfach, um nützlich zu sein. Es gibt aber einen zweiten Modus, und mit dem kann man was anfangen: Der wissenschaftliche Modus. Um den zu aktivieren klicken Sie im Menü 'Ansicht' auf den Befehl 'Wissenschaftlich' - und schon ist der Taschrechner mit lauter nützlichen Funktionen ausgestattet.

Das Ärgerliche: Beim nächsten Mal startet der Taschenrecher wieder im normalen Modus. Er merkt sich nicht, das man gern den wissenschaftlichen verwenden würde.

Allerdings passiert das nicht immer, sondern nur dann, wenn Sie Sicherheitshinweise berücksichtigen, und Ihren Rechner nicht als Administrator verwenden. Was Sie tun sollten.

Mit anderen Worten: Wenn Sie nicht als Administrator arbeiten, dann merkt sich der Taschenrechner nicht, in welchem Modus er betrieben werden soll. Das ist ärgerlich, weil Sie von Haus aus genau das tun sollten: Nicht als Administrator arbeiten.

Dem kann man aber abhelfen, und dazu müssen Sie folgendes tun:

  • Starten Sie das Programm Regedit unter einem Administratoren-Account
  • Navigieren Sie dort zum Ast:
    HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows NT\CurrentVersion\IniFileMapping\win.ini
  • Legen Sie dort einen neuen Eintrag vom Typ 'Zeichenfolge' an. Der neue Eintrag bekommt den Namen 'SciCalc'.
  • Als Wert für den Eintrag geben Sie an: USR:Software\Microsoft\SciCalc

Damit teilen Sie Windows mit, das die Einstellungen für Calc nicht länger in der Datei win.ini gespeichert werden sollen (wo das aufgrund der Rechtelage nicht geht), sondern im anwenderbezogenen Ast der Registry.

Danach müssen Sie den Rechner einmal neu starten - und dann merkt sich der Rechner auch seinen Betriebsmodus wieder.


Eine Frage der Performance: Ist es USB-Version 1.0, 1.1 oder 2.0


Ich hatte hier vor einiger Zeit geschrieben das wir Virtual PC fürs herstellen unserer Installationsprogramme verwenden. Die guten virtuellen PCs kommen aber auch noch für andere Dinge zum Einsatz: Tests unserer Statiksoftware unter 'veralteten' Windows-Versionen sind ein Beispiel und ein virtueller Windows 2003 Server für Tests vor größeren Umbauten an unserer Webseite, ein anderes. Zum damit-rumspielen habe ich auch noch ein paar Linux-Distributionen in virtuellen PCs untergebracht... und so weiter und so fort.

Das ganze kostet natürlich Platz, und davon habe ich in letzter Zeit immer mehr gebraucht: So ein virtueller PC braucht zwar kein eigenes Gehäuse, kein eigenes RAM und auch sonst nicht viel - aber Platz auf der Festplatte des Hosts-Systems (im meinem Fall XP Pro) braucht man eben schon. Mein Laptop hat aber gerade mal 40 GB anzubieten, und darum sind die Images der virtuellen PCs auf einer externen Festplatte untergebracht.

(Dabei fällt mir ein: Ich habe heute eine neue gekauft - die Dinger sind ja wirklich sagenhaft günstig. Die TrekStore USB 2.0 kostet etwa 100 Euro und hat 160 GB Kapazität. Wirklich erstaunlich. Meine erste Festplatte hatte damals 10 MB(!) und kostete ungefähr halb soviel wie die erste Mondlandung. :-) )

Doch egal - mein Problem war nun, das ich externe Platten nur über USB anschliessen kann. Das ist nicht weiter dramatisch, denn mein Laptop hat 4 USB Ports, von denen erst drei belegt sind. UND: Der Laptop unterstützt sowohl USB 2.0 als auch 1.1. Das Problem: Es macht einen großen Unterschied, ob die Verbindung über 12MB/Sec (Original USB) oder mit 480MB/Sec (USB 2.0) erfolgt. Man möchte die externe Fesplatte also auf jeden Fall am USB 2.0 Port anschliessen, und die Maus am USB 1.0 Port. Welchen Port also nehmen?

Das ist gar nicht so einfach gesagt, denn der Windows Gerätemanager rückt Informationen über USB nicht so recht raus. Er unterscheidet bei den angezeigten USB-Hubs zwar zwischen normalen und 'erweiterten', so das man mitbekommen kann, ob man überhaupt USB 2.0 hat oder nicht - es wird aber nicht angezeigt, welches Gerät nun an welchem Hub hängt und mit welcher Geschwindigkeit kommunizieren kann.

Dumme Sache - Zeit für Google.

Mit ein bisschen Suchen habe ich dann dieses Tool gefunden. Astra zeigt tatsächlich an, welche USB-Version für welches Gerät verwendet wird - nur bin ich um ehrlich zu sein nicht wirklich bereit für ein Tool, das Informationen des Betriebssystems anzeigt, Geld auszugeben. (Zugegeben: Astra scheint richtig gut zu sein, und wenn ich öfter Hardware-Fragen dieser Art hätte, dann wären die 29 Dollar wohl ganz gut angelegt. In diesem Fall ist aber wohl irgendwie mein Ehrgeiz geweckt worden... :-))

Mit ein bisschen mehr Suchen landete ich dann da wo ich öfter mal lande, wenn es gilt herauszufinden, was in den Tiefen von Windows so passiert: Beim DDK (Device Driver Kit) auf MSDN. Und siehe da: Es gibt tatsächlich ein Beispielprogramm im DDK, das genau die Informationen weitergibt, die ich gesucht habe. Das Ding trägt den bezeichnenden Namen USBView. Womit gleich das nächste Problem entstand: Ich habe zwar ein DDK (im Rahmend des MSDN Abos), und ich bin auch durchaus in der Lage die Beispielprogramme zu übersetzen und dann zu nutzen - aber im Normalfall ist das DDK bei mir nicht installiert. Schliesslich stellen wir hier Statikprogramme für Bauingenieure her - und keine Gerätetreiber.

Schlimmstenfalls hätte ich mir die Installation des DDK schon angetan - aber dankbarerweise gabs dann einen einfacheren Weg: Die Firma FTDI Chip bietet eine fertig kompilierte Version von USBView auf ihrer Webseite zum download an. Runterladen, starten - und man bekommt das folgende Bild. (Nicht erschrecken: Es handelt sich bei USBView schliesslich um ein Beispielprogramm für Gerätetreiber Programmierer. In diesem Licht betrachtet ist das Ding eigentlich schon recht 'übersichtlich'.)

usbview.png

Im Programm kann man links das USB-Gerät anklicken und bekommt dann rechts Informationen übers Gerät. Die Angabe bcdUSB 0x200 sieht dabei schon recht vielversprechend aus: Offenbar handelt es sich hier um eine USB 2 Verbindung. Das kann man aber auch verifizieren - alles was es braucht ist die Dokumentation zum 'Device Descriptor' für USB, dessen Inhalt USBView offensichtlich anzeigt. Die findet sich auch bei MSDN und bestätigt: Die Angabe hinter bcdUSD gibt tatsächlich die USB-Version an - und 0x200 bedeutet tatsächlich 'Version 2'.

Sollte Sie also auch einmal herausfinden müssen, welches Ihrer Geräte über welche USB-Version angeschlossen ist: USBView ist ihr Freund.

Bleibt noch ein letztes anzumerken: Bei einem älterem Windows XP (mit dem Sie nicht arbeiten sollten...) hat USBView ein Problem.

Achso: Letztlich stellte sich dann heraus das es keine Rolle spielt an welchem Port ich die Platte anschliesse: Mein Laptop unterstützt auf allen vier Ports sowohl 1.1 als auch 2.0...


Was tun: Die Datei kann nicht gelöscht werden, da sie von einem anderen Prozess verwendet wird.


Beim löschen einer Datei erhält man manchmal diese Fehlermeldung... - gelöscht wird die Datei dann natürlich nicht. Im Wesentlichen ist es hier so, das ein Prozess (also ein laufendes Programm) die Datei benutzt die man löschen will, und so lange das der Fall ist, kann man die Datei eben nicht löschen.

Im Normalfall ist es aber so, das schon die Tatsache das die Datei benutzt wird ein Fehler ist. Irgend ein Programm nutzte die Datei vermutlich und ist dann mehr oder weniger abgestürzt - aber eben nicht vollständig. Als Resultat hat man dann kein Programm mehr das man beenden könnte, aber gleichzeitig eine Datei die man nicht löschen kann, solange das nicht mehr existierende Programm nicht beendet wird. Blöde Sache.

Es gibt ein Mittel dagegen, und das nennt sich ProcessExplorer. (Download hier.)

Der ganze Trick bei der Sache ist ja eigentlich der, das man herausfinden muss, welches denn der ominöse 'andere' Prozess ist, von dem die Fehlermeldung berichtet. Kennt man nämlich den Prozess, dann kann man den auch beenden - und die Datei löschen.

Den Prozess findet man mit dem Process Explorer ganz einfach: Im Menü 'Find' gibts den Befehl 'Find Handle'. Der öffnet eine Dialogbox, und in der kann man oben in einem Textfeld Text eingeben. Da gibt man eindach den Dateinamen (oder einen Teil davon) der zu löschenden Datei an und drückt dann auch 'Search'. Der ProzessExplorer listet dann alle Prozesse auf, die diese Datei benutzen. Wenn man dann in der Liste der Suchresultate eines anklickt, wird der zugehörige Prozess in der Prozessliste markiert. In der Liste der 'Handles' darunter wird ebenso der Eintrag mit der gesuchten Datei markiert. Da kann man dann einfach mit der rechten Maustaste draufklicken und 'Close Handle' verwenden: Danach ist die Datei wieder frei und kann gelöscht werden.


Das Rätsel von ClearType


Ich habe an dieser Stelle ja schon häufiger über ClearType geschrieben. Jetzt ist mir anhand der Logfiles des Blogs aufgefallen, das ich offenbar eine kleine Anlaufstelle für ClearType - Fragen geworden bin. Immer wieder gibt es Suchen danach, wie man ClearType in Anwendungen und nicht nur im Betriebssystem verwendet. Dabei ist das ganz einfach.

Als Anwender

Sie müssen gar nichts tun - außer, das Sie ClearType einschalten. Überall wo dann passende Fonts verwendet werden, wird dann auch ClearType verwendet: Ganz automatisch, und ohne weiteres zutun.

Als Entwickler

Sie müssen eigentlich auch nichts tun - außer vielleicht, total veraltete und nicht skalierbare Fonts zu verwenden. Wenn Ihre Anwendung TrueType Fonts verwendet - oder wenn Ihre Anwender einstellen können, welche Fonts verwendet werden können - dann verwendet Ihre Anwendung auch automatisch ClearType.

 


EU Entscheidungen: Immer wieder unterhaltsam


Ab morgen kommt Microsoft einem Teil der Anordnungen der EU nach und wird wie verlangt eine weitere Version von Windows XP anbieten. Es gibt dann neben dem XP Professional und dem XP Home auch noch eine 'EU' Variante: In der ist dann nichts mehr drin, mit der man Multimedia-Daten abspielen kann.

Will man damit Filme ansehen, CDs oder MP3-Dateien abspielen, muss man sich zunächst einen Mediaplayer von irgendwo her besorgen.

Die Version mit Mediaplayer wird das gleiche kosten wie die Version ohne Mediaplayer.

Laut Meinung des EU Kommissars ist das Mediaplayer-lose Windows eine tolle Sache, weil es 'gut' für den Verbraucher ist.

Diese Leute leben eindeutig auf einem anderen Planeten als ich.

Ich sehe ja ein, das es notwendig ist, Grossfirmen auf die Finger zu schauen. Es kann aber doch wohl unmöglich Sache der EU sein, irgendwelche Herstellern vorzuschreiben, welche Produkte sie wie entwickeln. Und wenn schon solche Vorschriften erlassen werden (von einem demokratischen Prozess kann man im Fall der EU-Kommission ja wohl kaum reden), dann sollten diese doch wohl für alle gelten: Wo also bleibt die medienlose OS/2 Version und die playerlose Linux-Distribution von Novell (SuSE). Nicht, das ich wirklich darauf warten würde. :-)

Mein Tipp: Wenn Sie ab morgen ein neues Windows kaufen und sich nicht zwischen XP-Pro und EU-XP-Pro entscheiden können - dann sparen Sie sich die Preisdifferenz (von Euro 0,-) und entscheiden Sie sich für die Version ohne EU, aber mit dem Mediaplayer. Der ist nämlich klasse. :-)


Besser lesen mit TFTs - zum Zweiten


Ich hatte hier ja schon einmal darauf hingewiesen, das es für die Anzeige auf TFTs und LCDs oft wirklich extrem hilfreich ist, ClearType einzuschalten.

(Nur meine Meinung. Es gibt auch Personen die behaupten das das Schriftbild ohne ClearType deutlich besser ist, und weitere die keinen Unterschied sehen. - Ich für meinen Teil sehe eine dramatische Verbesserung der Qualität und kann nur empfehlen das Sie es zumindest ausprobieren. Macht aber nur Sinn, wenn Sie ein TFT Display verwenden. )

Wie auch immer: Man konnte ClearType schon immer lokal einschalten, aber der Tuner war nur im Web verfügbar. Jetzt gibts das ganze auch als Applet für die Systemsteuerung. Download hier.