Bei der Bemessung von Stahlstützen kann die Berechnung im Stützenmodul der Baustatik sowohl nach der Theorie erster Ordnung (Th. 1) als auch nach der Theorie zweiter Ordnung (Th. 2) erfolgen. Da es sich um eine nichtlineare Berechnung handelt, wird das System für jede Lastfallgruppe separat ausgewertet.
Wird nach der Theorie zweiter Ordnung gerechnet, berücksichtigt das Programm automatisch Vorverformungen der Stütze. Der Anwender kann über die Eingabeparameter lx/x und ly/x steuern, wie groß die angenommenen Imperfektionen in X- und Y-Richtung sein sollen.
Für jede Lastfallgruppe führt das Programm die Berechnung dreimal durch – mit unterschiedlichen Ansätzen für die Vorverformung:
nur in X-Richtung
nur in Y-Richtung
affin zur Biegelinie aus der Berechnung nach Theorie erster Ordnung
Bei der dritten Variante kann es natürlich vorkommen, dass die Deformation faktisch nur in X- oder Y-Richtung wirksam wird.
Alle drei Berechnungen liefern eigene Schnittgrößen-Ergebnisse, die im Programm übersichtlich angezeigt werden können. Die Stütze wird dabei sowohl in der Vorderansicht (X–Z-Ebene) als auch in der Seitenansicht (Y–Z-Ebene) dargestellt. Momente und Querkräfte werden jeweils in die passende Ansicht eingezeichnet.
Bisher wurden Kurven, bei denen keine Ergebnisse entstanden, automatisch unterdrückt – was die Interpretation der Ergebnisse erschwerte. In der nächsten Programmversion werden alle Kurven dargestellt, unabhängig davon, ob Ergebnisse vorliegen oder nicht.
Zusätzlich erhalten die Kurven nun einen Index (1, 2, 3), der angibt, aus welcher der drei Berechnungen sie stammen.
Damit wird die Zuordnung der Kurven künftig deutlich verständlicher und die Interpretation der Stützenberechnung insgesamt wesentlich übersichtlicher.

