Thomas Wölfers Baustatik-Blog

Thomas Wölfers Baustatik-Blog

Probleme mit dem Virenschutz


Seit kurzem scheinen einige Antiviren-Programme irgend etwas anderes zu tun als früher. Das hier aufgeführte Beispiel betrifft Kaspersky, aber ich habe den Eindruck, das der Kaspersky nicht das einzige Programm ist, das ähnlich gelagerten Ärger macht.

Der Ärger äußert sich so, das man plötzlich nicht mehr in die eigene Projektdatei schreiben darf. Die Baustatik ist damit nicht mehr in der Lage, die gerade geladene Projektdatei zu verändern – es fehlen nämlich plötzlich die Schreibrechte. Innerhalb der Baustatik äußert sich das mit dieser Fehlermeldung:

clip_image001

Das kann man aber loswerden, wenn man den "Echtzeitschutz" des Schutzprogrammes zumindest für die Baustatik-Dokumente abstellt, oder aber, indem man die Schutzsoftware so konfiguriert, das diese Operationen der Baustatik als zulässig erkennt.

Mir ist ehrlich gesagt völlig schleierhaft, wie die Hersteller von Antivirenprogramme auf die Idee kommen, das ein Programm, das eindeutig für die Bearbeitung bestimmter Dateien registriert ist, an genau dieser Bearbeitung gehindert werden muss.

Wie dem auch sein mag: Im Kasperski kann man das an folgender Stelle abstellen:

clip_image001[5]

Vielen Dank an Herr Campidell vom Büro Campidell, mit dessen Hilfe ich an den vorstehenden Screenshot gelangt bin!

Vollkommen unabhängig davon lautet meine Empfehlung: Verwenden Sie keinen Antivirenschutz von Dritten, sondern den, der von Microsoft in Windows 10 eingebaut ist. Der ist auch nicht schlechter als dessen kommerzielle Konkurrenz, macht aber nach unserer Erfahrung erheblich weniger Ärger. Und eigentlich schafft man sich sowas ja an, damit man weniger Probleme hat – und nicht um neue zu bekommen.


So importieren Sie DWG-Daten in die Baustatik


Die Baustatik kann Daten in verschiedensten Formaten importieren. Neben dem BIM-Format IFC ist dabei das DWG und das DXF-Format von AutoCAD wohl das wichtigste. Dieses Video demonstriert, wie Sie DWG-Daten importieren, in der Baustatik anzeigen und ausblenden, weiterverwenden, und schließlich wieder entfernen.



So legen Sie Vorlagen an


Wenn Sie in der Baustatik den Befehl "Datei –> Neu –> Neues Dokument" verwenden, dann öffnet sich das Fenster, in dem Sie die Art des Bauteils und die zu verwendenden Normen auswählen können.

image

Es gibt aber auch einen 2. Reiter mit dem Namen "Vorlage". Wenn Sie den anklicken, dann sehen Sie einfach nur ein quasi leeres Fenster.

Wozu ist das gut, was sind Vorlagen – und falls die hilfreich sind: Wie macht man welche?

Gute Frage Smile

Vorlagen sind dafür gedacht, das Sie sich Dokumente anlegen können, die als Startvorlage für neue Dokumente dienen können. Wenn Sie beispielsweise häufig gleichartige Platten (Regale, Lager…) berechnen, dann können Sie einmalig ein solches System als "Grundsystem" eingeben, und im Vorlagen-Ordner ablegen.

Diese Grundsystem ist die "Vorlage": Sie enthält also schon Geometrie (die Sie ja leicht anpassen können), Belastung und alle anderen Angaben, die gemacht werden müssen. Muss nun ein neues, ähnliches System eingegeben werden, ist es oft einfacher, die Vorlage zu verwenden und abzuändern, als ganz von vorne anzufangen.

Die Liste der Vorlagen ist von Haus aus leer, weil Sie noch keine Vorlagen angelegt haben. Und das Anlegen einer Vorlage geht so:

Auf dem Reiter "Vorlage" befindet sich links unten der Button "Dokument-Vorlagen Ordner öffnen". Der öffnet den Windows Explorer an der "richtigen" Stelle, also im Vorlagen-Ordner. Da kopieren Sie Ihre zuvor ganz normal angelegt Datei hinein – natürlich gehen auch mehrere.

Sobald eine Datei im Vorlagen-Ordner enthalten ist, kann diese als Vorlage für zukünftige Dokumente verwendet werden und wird in der Vorlangen-Liste angezeigt:

image


Importierte CAD-Daten loswerden


In der Baustatik können Sie CAD-Daten in verschiedenen Formaten importieren. Was im einzelnen beim Import passiert, ist vom jeweiligen Format abhängig. Beim importieren von DWG oder DXF-Dateien werden zum Beispiel Hilfspunkte und Hilfslinien erzeugt. Die bilden die Ausgangszeichnung ganz gut ab: Mit Hilfe der dadurch entstehenden Rastpunkte ist es möglich, die Konstruktion recht zügig nachzuzeichnen.

Die Baustatik importiert von Haus aus alles, was sie importieren kann. Dieses "alles" sind aber oft viel mehr Daten, als für die Arbeit sinn machen: Die Baustatik kann aber spezielle bei AutoDesk-Dateien einfach nicht wissen, um was es sich bei den einzelnen Strichen handelt – denn diese Information ist bei dieser Art Datei nicht hinterlegt. Zumindest nicht in einem Format, das die Baustatik automatisch erkennen könnte.

Wenn man "einfach alles" importiert, dann bekommt man aber teilweise recht viele Daten zusammen. Immerhin sind ja gerne auch mal Möbel, Bäume und Autos in den CAD-Plänen drin.

image

Das hat dann natürlich Konsequenzen: Je mehr Rohdaten vorliegen, um so langsamer werden die Zeichenvorgänge. Und das führt dann dazu, das auch Dinge wie das Reinzoomen und das Anklicken von Elementen spürbar länger dauert.

Man will also so wenig Daten wie möglich importieren, oder nach dem importieren so wenige wie möglich davon anzeigen.

Darum kann man sich an 2 Stellen kümmern:

  • Auf dem Reiter "Layerauswahl" des Fensters zum Importieren
  • In der Sichtbarkeits-Ansicht

Bei der Layerauswahl sollten Sie nur die Layer anklicken, die auch importiert werden sollen. Das Fenster ist mit einer Vorschau ausgestattet: Sie können also sofort sehen, welche Layer welche Daten enthalten. Einfach einen Haken hinmachen und wieder entfernen – das klärt die Sache

image

Nachdem bereits importiert wurde, können Sie in der Sichtbarkeits-Ansicht den Ordner "Importierte Layer" öffnen, und dann dort unerwünschte Layer ausschalten.

image

Und natürlich können Sie die CAD-Daten komplett entfernen, wenn Sie die nicht mehr brauchen. Dazu gibt es einen Befehl im "Bearbeiten" Menu.

image


Lastweiterleitung: Behandlung von Wänden


Wenn Sie Ihr System nicht als räumliches Faltwerk eingeben, sondern bei der 2D-Methode bleiben, dann können Sie sich die Arbeit mit der Lastweiterleitung der Baustatik trotzdem stark vereinfachen.

Details dazu finden Sie in den oben verlinkten Beiträgen – hier geht es speziell um die Behandlung von Wänden bei der Lastweiterleitung.

Dabei gibt es im Prinzip drei Ansätze:

1.) Die Wände werden ebenfalls als 2D-Modell, als Scheibe, berechnet. Man leitet also die Lasten von der oberen Platte in die Wand ein und aus der Wand dann in die untere Platte. Dieses Vorgehen wird aber der große Ausnahmefall sein.

2.) An den Stellen von Wänden definieren Sie in der unteren Platte Streckenlasten. Das ist das Vorgehen, wie man es vor der Verfügbarkeit der Lastweiterleitung auch gemacht hätte.

3.) Sie können die aus den Wänden resultierenden Einwirkungen auch vom Programm berechnen und automatisch weiterleiten lassen. Dazu ist folgendes zu tun:

In der oberen Platten müssen bei den Streckenlagern die Wand-Parameter angegeben werden. Die können auch zur Berechnung der Federsteifigkeit herangezogen werden, werden aber eben auch für die automatische Berechnung der Last verwendet. Die dazu benötigten Angaben finden auf dem Reiter Wand-Parameter der Eigenschaften des Streckenlagers statt.

image

Beim definieren des Lastimports erscheint dann bei den Lastfällen eine zusätzliche Zeile mit der Beschriftung "Eigengewicht (Lager)" – darin sind dann die ermittelten Lasten enthalten und können in die untere Platte weitergeleitet werden:

image


Verbesserung beim skalieren von Einwirkungen


Ab dem nächsten Update enthält die Baustatik eine neue Möglichkeit, mit der die Darstellung von Einwirkungen beeinflusst werden kann. Bisher wurden Einwirkungen immer logarithmisch skaliert. Ab dem nächsten Update steht dann auch eine lineare Skalierung zur Verfügung. Welche der beiden Skalierungsarten verwendet wird, können Sie unter 'Optionen –> Einstellungen –> Faltwerk –> Einwirkungsgrößen' auswählen.

Beide Möglichkeiten haben vor und Nachteile, und dabei handelt es sich um die Folgenden:

Die logarithmische Skalierung hat den Vorteil, dass Sie die unterschiedlichen Einwirkungsgrößen auch dann noch in der Graphik erkennen können, wenn sich die Größen sehr stark unterscheiden. Die dargestellten Verhältnisse entsprechen aber nicht der Realität: Das ist der Nachteil.

Man kann also auch unterschiedliche Größen bei "Kleinen" Lasten erkennen wenn sehr große da sind – aber eben nicht deren Verhältnisse. Das können Sie im folgenden Bild gut erkennen: Die obere Ansicht enthält Einwirkungen mit stark unterschiedlichen Größen, die untere Ansicht enthält Lasten mit einfachen linear verlaufenden Größenverhältnissen.

clip_image002

In der nächsten Graphik sind die gleichen Einwirkungen zu sehen wie in der oberen – aber hier mit einer linearen Skalierung. Der Vorteil: Hier sind die Größenverhältnisse der Einwirkungen untereinander prima zu erkennen. Damit aber die kleinsten Lasten nicht einfach graphisch unter den Tisch fallen, muss auch eine "Mindestgröße" in der Darstellung eingehalten werden. (Ansonsten könnte man Lasten die nur 1/100 der größten haben gar nicht sehen.)

Aus dieser Mindestgröße ergibt sich dann aber leider das Problem, das die "kleinen" Einwirkungen kaum unterscheidbar sind. Es ist also wie so oft: Je nach Fall müssen Sie sich für die besser passende Option entscheiden. Eine allgemein richtige Einstellung gibt es leider nicht.

clip_image002[5]


Fast fertig: Einfachere Erdbeben-Berechnung in der Baustatik


Ab dem nächsten Update wird es vermutlich drin sein: Der Generator für die Erdbebenlasten. Dazu kommt in Kürze auch etwas mehr an Information in Bild, Text und Video – hier vorab: So ungefähr wird der Generator aussehen.

image


Stab-Einzeleinwirkungen einfach erzeugen


Mit dem letzten Update ist die Funktion zum graphischen Erzeugen von Stab-Einzeleinwirkungen erweitert worden. Bisher konnte man damit über Stäbe fahren und sobald die Maus über einem Stab zu liegen kam, wurde eine Options-Box zum anklicken eingeblendet. Machte man den Haken hin, dann war der Stab fürs spätere Belasten ausgewählt:

image

Das geht natürlich weiterhin. Zusätzlich werden aber nun auch Position auf Stäben angeboten. Von Haus aus sind das immer der Mittelpunkt eines Stabes, aber auch jeder andere Punkt der vorliegt – zum Beispiel durch den Import von CAD-Daten und er automatischen Schnittpunkts-Berechnung – kann ausgewählt werden.

Liegt ein solcher Punkt unter der Maus vor, dann ändert sich die Darstellung: Die Position des Punktes wird zusammen mit dem Stab angezeigt:

image

Man kann also auf diese Art nicht nur den Stab selbst, sondern auch die zu belastende Stelle einfach graphisch auswählen.




Baustatik Demoversion ausprobieren »