Darum geht es bei der Variantenkonstruktion in der Baustatik


Ich hatte schon ein paar mal darauf hingewiesen und es gab auch schon ein kleines Preview-Video, aber davon ab haben wir bisher noch nicht besonders viel zum Thema “Integrierte Variantenkonstruktion” gesagt. Das will ich jetzt nachholen, oder eigentlich, vorab holen – denn das ganze wird es ja erst in einem zukünftigem Update geben.

Worum geht es und warum noch eine Variantenkonstruktion?

Die Variantenkonstruktion erleichtert Ihnen ganz grundsätzlich die Arbeit, wenn Sie oft ähnliche, aber nicht völlig gleiche Systeme zu behandeln haben. Das können Regalsysteme, Hallen und auch Decken sein – oder sogar ganze Garagen oder Dächer.

So ist zum Beispiel der Dokument-Typ “Dachberechnungen” aus der Baustatik eigentlich im Kern eine Variantenkonstruktion: Letztlich wird das Gesamtsystem auch dort durch die Eingabe nur weniger Parameter erzeugt – und zwar inkl. aller Einwirkungen. Bei Bedarf kann man das dann sogar noch in den räumlichen Rahmen exportieren und dort mit wenigen weiteren Parametern zu einem kompletten räumlichen System zusammensetzen. Speziell im zweiten Schritt werden dabei aber mehr und mehr manuelle Eingaben notwendig.

Ein anderes Beispiel für Variantenkonstruktion bieten wir mit der Baustatik ja schon länger in Form des bidirektionalen Import/Export-Mechanismus für Excel an.


Variantenkonstruktion mit Excel


Auch hier entsteht das Gesamtsystem durch die Eingabe nur weniger Parameter (in diesem Fall in Excel) und wird dann per Zwischenablage in die Baustatik transferiert.


Warum also noch eine Variantenkonstruktion

Die Variantenkonstruktion mit Excel ist zwar extrem mächtig, leidet aber unter einigen Dingen:

  • Man benötigt zusätzlich zur Baustatik das Programm Excel 
  • In einer Varianten-Bibliothek müssen pro Variante dann sowohl eine Excel- als auch eine Baustatik-Datei vorliegen
  • Das erschwert die Verwaltung, die man besser mit dem “Neues Dokument” Fenster durchführen könnte, wenn man nur eine einzelne Baustatik-Datei benötigt
  • Das ganze ist etwas schwerfällig und eher für seht umfangreiche Varianten gut geeignet.
  • Man muss doch über starke graphische Abstraktionsfähigkeiten verfügen, um nur anhand von Spreadsheet-Zellen eine Vorstellung des Tragwerks zu haben: Das macht die Erzeugung der Varianten doch etwas schwieriger, als man sich das wünschen würde.

All diese Probleme löst die integrierte Variantenkonstruktion der Baustatik. Im wesentlichen funktioniert die so: Die Textfelder, bei denen Sie die Eigenschaften von Objekten definieren (also zum Beispiel die X/Y und Z-Koordinaten von Knoten) können dann nicht nur Zahlen aufnehmen, sondern darüber hinaus auch mit Formeln bestückt werden. Diese Formeln können sich dabei sowohl auf andere Eigenschaften, als auch auf (zusätzliche neue) Dokumenten-Variable beziehen.

Dadurch kann man zum Beispiel einen Knoten so definieren, das er “in X um N Meter von Knoten A” entfernt liegt. ‘N’ ist dabei entweder eine Variable aus den Dokument-Variablen, oder eben ein Wert, der unmittelbar in der Formel selbst eingegeben wird. Die Position des 2. Knotens ist dadurch von 2 Faktoren abhängig: Dem eingegebenen Wert und der Position des anderen Knotens.

Ebenso kann man mit Einwirkungen und anderen Objekte verfahren. Hier erkennt man auch, warum ich eingangs das Beispiel mit dem Dach gebracht habe: Man kann sich leicht vorstellen, wie die einzelnen Stützknoten im Dach einfach aus der Position des linken unteren Lagers, sowie eine Länge und einer Höhe entstehen.

Ein derart vordefiniertes Dokument speichert man dann so ab, das es im Vorlagen-Fenster für “Neue Dokumente” angezeigt wird. Zukünftige ähnliche Strukturen sind dann ganz einfach definiert werden, indem Sie von nur wenigen Daten direkt innerhalb der Baustatik eingeben. Diese Daten verändern das parametrisierte Gesamtsystem und schaffen eine neue Variante.

Und darum geht es bei der integrierten Variantenkonstruktion.




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