Thomas Wölfers Baustatik-Blog

Kommende Attraktionen: Dateien bleiben offen


Als wir vor über 20 Jahren die elementaren Grundlagen der Baustatik geplant haben, sind viele Dinge betrachtet und berücksichtigt worden. Daher kommt das Undo/Redo mit beliebig vielen Schritten, die Tatsache, das Sie so gut wie nie irgendwelche Fenster oder Meldungen schließen müssen, um mit dem Programm weiter arbeiten zu können und auch der umfangreiche Satz an Optionen für die graphische Darstellung fürs eingeben und bearbeiten von Objekten sowie der flexible Ausdruck sind ein Resultat dieser frühen Gedanken.

Es gibt noch mehrere andere grundsätzliche Operationsweisen, die direkt die Funktionsweise der Baustatik beeinflussen und eine davon ist die Art und Weise, in der wir Eingabedateien behandeln: Das funktioniert nämlich so, das die Daten daraus gelesen werden und die Dateien an sich dann wieder freigegeben werden – erst beim nächsten schreiben der Daten werden die Dateien wieder kurzfristig blockiert.

Das hat verschiedene Konsequenzen: Mehrere Personen können problemlos die gleiche Datei öffnen und auch unzuverlässige Netzwerkverbindungen zum Speichermedium (vor 20 Jahren ein echtes Problem) machen keinen Ärger.

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Aber: Die Realität heute hat diesen Grundstein in der Baustatik überholt. Das liegt vor allem an Cloud-Speicherdiensten mit Synchronisation wie Google Drive und Dropbox, aber auch Netzwerkspeichermedien mit automatischen Backups: In diesen und ähnlichen Fällen gibt es zunehmend Probleme beim Dateihandling – Microsofts OneDrive macht da die rühmliche Ausnahme, was aber aufgrund der Verbreitung der anderen keine Rolle spielt.

Und das ist das Problem

Die Synchronisationsdienste tun das, was sie glauben zu tun müssen: Sobald sie eine Änderung an einer Datei bemerken, wird die neue Version der Datei ins Internet übertragen. Das kann allerdings dauern und während die Datei übertragen wird, ist sie für Schreibvorgänge blockiert. (Wie gesagt: Nicht bei OneDrive – da macht man die Sache offensichtlich deutlich besser.)

Diese Blockade für Schreibzugriffe hat natürlich Konsequenzen. So kann die Baustatik beispielsweise in dieser Zeit nicht speichern (was meist nur das AutoSave, aber oft auch normale Speichervorgänge stört). Und auch die Metadaten wie die Ausdrucksteuerung, Informationen über die Lastweiterleitung oder einfach nur das Vorschau-Bild aus der Projekt-Ansicht können nicht gesichert werden.

Im Großen und Ganzen wird zwar noch zuverlässig gespeichert, aber die Fehlermeldungen in diesem Zusammenhang nehmen zu – speziell auch die Heimarbeit durch Corona hat natürlich die Nutzung solcher Dienste befeuert und wir nehmen zur Kenntnis, das deswegen nicht immer alles so glatt über die Bühne geht, wie es sollte. Und das ist beim speichern von Eingabedaten einfach kein guter Zustand.

Eigentlich ein Ausdruck völligen Versagens, wenn die für bessere Datensicherheit gedachten Google-Drives dieser Wert in der Praxis zu schlechterer Datensicherheit führen.

Das werden wir ändern

Um diesen Zustand zu verändern, bauen wir seit geraumer Zeit die zugehörige Grundlage in der Baustatik um: Von Dateien die im Normalfall immer offen sind und dann von Synchronisationsdiensten angefasst werden in einen Zustand, bei dem wir Dateien so lange selbst offen lassen und sperren, bis die Bearbeitung davon beendet wird.

Das bedeutet, in Zukunft werden wir die Datei öffnen und in diesem Zustand belassen. So lange wie eben nötig. Das ist von Haus aus nichts besonders ungewöhnliches, Programme wie Word machen das auch – nur hatten wir da bisher einen anderen Betriebsmodus.

Der Umbau ist noch nicht ganz fertig, aber er wird kommen – abschaltbar natürlich. Ich für meinen Teil erhoffe mir, für die Baustatik dadurch wieder deutlich stabilere Verhältnisse auch im Zusammenhang mit der Nutzung von Cloudspeicherdiensten zu erhalten. Ich denke, das wird auch für alle Anwender von Vorteil sein.

Aber leider bin ich mir auch sicher: In der Einführungsphase wird das Ärger machen. Man kann so eine elementare Grundlange nicht verändern, ohne das es Probleme gibt. Wir versuchen natürlich diese zu vermeiden – aber ich bitte jetzt schon um Verständnis, das dies nicht immer möglich sein wird.



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